Eine Reise durch Neuseeland – Teil drei: Feuerberge und eine Prinzessin

Zum Ende von Teil 2 habe ich mir Auckland im Regen vom Sky Tower aus angesehen. Wetterbedingt ging es am folgenden Tag ins Auckland War Memorial Museum. Draußen hat es geschüttet… Wer Zeit hat, sollte sich diesen Besuch nicht entgehen lassen. Im Gegensatz zu „Te Papa Tongarewa“, dem Nationalmuseum in Wellington, ist hier das Fotografieren der Maori-Kunst gestattet. Es gibt natürlich noch sehr viel mehr zu sehen.

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Am Abend begann für mich die eigentliche Rundreise über die Nord- und Südinsel Neuseelands. Dieser und die folgenden Teile meines Gastbeitrags werden davon berichten. Daher zunächst ein paar einführende Worte. Wie in Teil 1 gesagt, habe ich ein Rundum-Sorglos-Paket gebucht. Mit ein paar festen Zielen vor Augen hatte ich verschiedene Kataloge durchsucht: möglichst viel vom Land sehen, mit viel Natur – nicht nur durch das Busfenster. Eine kleine Gruppe. Und ein paar Orte, die ich unbedingt sehen wollte.

Die Tour ist in Deutschland bei verschiedenen Reiseanbietern mit unterschiedlichen Namen in den Katalogen aufgeführt. Veranstalter vor Ort ist ANZ Nature Tours (http://www.anznaturetours.com/), wo diese geführte Kleingruppenreise (maximal 12 Passagiere) als „Fjorde, Vulkane und Begegnungen“ buchbar ist, Kürzel „SAFARI“, von Auckland nach Christchurch oder die Gegenrichtung.

Es war mir im Vorfeld nicht so bewusst, aber eine geführte Reise steht und fällt mit der Reiseleitung. Im Falle der Safaris in Personalunion: Organisator, Guide (naturkundlich, historisch, kulturell, kulinarisch, …), Busfahrer, Lademeister; bei Bedarf auch Ersthelfer und Automechaniker. Und so weiter. Und so fort. Und wenn das Wetter auch außerhalb des Einflussbereiches selbst eines solchen Multitalents ist, kann durch geschickte Planung doch das Optimum an Erlebnis für die Passagiere herausgeholt werden. Dass wir als Urlauber unser Rundum-Sorglos-Paket genießen können, verdanken wir Menschen, die für unsere schönste Zeit des Jahres ihr Privatleben hinter sich lassen. Immer wieder aufs Neue wochenlang das Machbare in Übereinstimmung mit Wünschen bringen (oder anders herum), für unseren Komfort spät abends den Bus auf Hochglanz bringen (besonders die Scheiben für die gezückten Smartphones und Fotoapparate), Koffer wuchten, … Nebenbei kann der Reisende von dem riesigen Wissensschatz profitieren, der unaufdringlich vermittelt wird.

Unser Guide heißt Isabelle. Ihr verdanke ich das Wissen um Pflanzen- und Tiernamen, Ortsgeschichte und Anekdoten, das ich in den folgenden Teilen wiedergeben werde. Eventuelle Fehler sind ausschließlich mir zuzurechnen – bei der grandiosen Landschaft ist die Ablenkung manchmal so groß, dass das Zuhören auf der Strecke bleibt.

 

Am Abend des verregneten Tages in Auckland fand das Kennenlernen der Gruppe statt, am nächsten Morgen ging es dann los. Es hat geregnet…

Nach einer Stadtrundfahrt ging es von Auckland aus in Richtung Coromandel-Halbinsel. Auf dem Weg dorthin können in Miranda, im Robert Findlay Wildlife Reserve, Strandvögel beobachtet werden. Dabei teilen sich überwinternde Zugvögel und heimische Vögel, die dort brüten, dieses Küstengebiet. In dieser Brutsaison sind durch eine plötzliche Überflutung leider viele Gelege zerstört worden.
Eine Mitarbeiterin des „Pukorokoro Miranda Shorebird Centre“ (http://www.miranda-shorebird.org.nz/) hat den Besuchern erläutert, welche Vögel durch die aufgebauten Spektive zu sehen waren. Neben den Namen gab es Erläuterungen zu Lebensweise und Zugverhalten. Besonders beeindruckt haben mich die Pfuhlschnepfen, die in Alaska und Sibirien brüten und zu Tausenden nach Neuseeland kommen, um den Sommer hier zu verbringt. Dabei legen sie gewaltige Flugstrecken ohne Stopp zurück.
Der einheimische Schiefschnabel ist der einzige Vogel auf der Welt mit einem schiefen Schnabel – er ist nach rechts gebogen. Damit frisst er Insekten, Würmer und andere kleine Lebewesen, die er unter Steinen hervorholt oder durch seitliches Schwenken des Schnabels im Schlick fängt.

Möven, Austernfischer, Schnepfen, Strandläufer, …
Möven, Austernfischer, Schnepfen, Strandläufer, …

Über die ehemalige Goldgräberstadt Thames ging es weiter. Das Wetter wurde zusehends besser.

Weißwangen-Reiher, ein Einwanderer aus Australien.
Weißwangen-Reiher, ein Einwanderer aus Australien.

An unserem nächsten Ziel, Cathedral Cove, war es dann schon richtig heiß, bei strahlendem Sonnenschein.

Strahlender Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen.
Strahlender Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen.
Im Schatten des Durchgangs von Cathedral Cove lässt es sich aushalten.
Im Schatten des Durchgangs von Cathedral Cove lässt es sich aushalten.

Beeindruckend, wie sich die Pohutukawa-Bäume an die Felsen klammern.

Wer Abkühlung in den Fluten sucht, muss am Hot Water Beach, südlich von Cathedral Cove, bei Ebbe auf jeden Fall das Meer wählen (Dabei aber die markierten Strandabschnitte beachten und die teilweise starke Strömung nicht unterschätzen). Denn bei Ebbe machen Teile des Strandes dem Namen „Heißwasser-Strand“ alle Ehre. In der Hochsaison erkennt man die dort an die Oberfläche strömenden heißen Quellen nicht nur am Dampf, sondern vor allem an den Menschenansammlungen. Mit einem Spaten bewaffnet kann man sich hier seine private Badewanne buddeln – wenn man ein freies Plätzchen findet. Aber Vorsicht, stellenweise ist das Wasser wirklich heiß, und man kann sich verbrühen.

Barfuß auf dem trockenen Sand - heiß, nasser Sand an den Quellen – heißer…
Barfuß auf dem trockenen Sand – heiß, nasser Sand an den Quellen – heißer…

Am nächsten Tag hat mich die morgendliche Ruhe hinausgelockt auf die Hafenbucht von Tairua.

Hafenbucht am Abend, bei Flut.
Hafenbucht am Abend, bei Flut.
Hafenbucht am frühen Morgen, bei Ebbe.
Hafenbucht am frühen Morgen bei Ebbe.

Bei Ebbe teile ich mir die Bucht nur mit Seevögeln, Reihern und einem Neuseeland-Eisvogel, der das „große Auge“ der Kamera misstrauisch beäugt und dann doch lieber verschwindet.

Neuseeland-Eisvogel.
Neuseeland-Eisvogel.

Über Waihi geht es weiter. Die Goldmine dort ist zur Zeit wegen eines großen Felssturzes nicht in Betrieb.

Die Martha-Mine.
Die Martha-Mine.

Waihi hat den Name der Legende nach daher, dass ein Rangatira (was spiritueller Führer oder Häuptling bedeutet) seinen Speer (Taiaha) in den Boden stieß, woraufhin Wasser herausschoss (Waihihi = sprudelndes Wasser).

Der Rangatira.
Der Rangatira.

In Tauranga am Mount Manganui steht diese Reparatur-Säule für Fahrräder.

Fahrrad-Reparatur-Säule – eine super Idee
Fahrrad-Reparatur-Säule – eine super Idee

Das nächste Ziel ist Whakatane.

Blick auf Whakatane – die Insel im Dunst ist die Vogelinsel Moutohora.
Blick auf Whakatane – die Insel im Dunst ist die Vogelinsel Moutohora.
Blick auf das benachbarte Seebad Ohope.
Blick auf das benachbarte Seebad Ohope.

Von Whakatane aus steht ein Besuch von White Island, der Vulkaninsel, auf meinem Programm – mit dem Helikopter. Bei sonnigem Wetter gestaltete sich der Anflug ruhig und es gab fantastische Ausblicke auf die Vulkaninsel. White Island ist ein aktiver Vulkan.

Anflug auf White Island.
Anflug auf White Island.
Schwefeldämpfe erwarten uns.
Schwefeldämpfe erwarten uns.

Der Helikopter landet auf einer Plattform auf halbem Wege vom Meer zum Kratersee. Der Kratersee besteht aus hoch konzentrierter Säure.

Der Kratersee.
Der Kratersee.

Die beiden Rinnsale auf der Insel sind stark mineralienhaltig. Es brodelt und zischt um einen herum. Die Erdkruste ist teilweise sehr dünn. Man muss auf den Wegen bleiben, sonst drohen schwere Verbrühungen, wenn der Boden nachgibt. Auch am Strand gibt es heiße, dampfende Stellen. Die ätzenden Schwefeldämpfe der Fumarolen erschweren das Atmen, so dass man je nach Windrichtung gerne Zuflucht zur Atemschutzmaske nimmt.

Die Fumarolen dampfen kräftig...
Die Fumarolen dampfen kräftig…

Das Tragen eines Helms (wird gestellt) ist vorgeschrieben, festes Schuhwerk ebenso. Der Pilot, der hier die Rolle des Guides übernahm, hat viel über die Geologie und Geschichte der Insel erzählt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Schwefel abgebaut. Bei einem Unglück kamen mehr als zehn Arbeiter ums Leben, der Abbau wurde eingestellt. Reste der Anlagen sind noch zu sehen. Auch in den letzten Jahren kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Der Kratersee verändert seine Form oder verschwindet, das Aussehen der Insel kann sich mit jedem Ausbruch ändern.

Im weniger aktiven Bereich und auf benachbarten Inseln brüten verschiedene Seevögel.

Sobald es ruhiger wird, kommen die Vögel zurück und nehmen das Grün in Besitz.
Sobald es ruhiger wird, kommen die Vögel zurück und nehmen das Grün in Besitz.

Der Ausflug wird auch mit dem Schiff angeboten. Unterwegs kann man Robben, fliegende Fische, Thunfischschwärme oder Delphine treffen, wenn man Glück hat. Bei schönem Wetter bietet der Kapitän manchmal die Möglichkeit für einen kurzen Ausflug in die See.
Der Besuch der Insel lohnt sich wirklich und ist empfehlenswert.

Später haben wir Interessantes zur Historie von Whakatane erfahren. Wir waren zu Gast bei einer ortsansässigen Maori-Familie. Während einer Führung zu verschiedenen geschichtsträchtigen Orten in der näheren Umgebung haben wir mehr über Prinzessin Wairaka gehört, deren Vater Toroa das Kanu Mataatua dorthin gesteuert hat. Ihre Statue steht auf dem Felsen an der Mündung des Whakatane-Flusses.
Die Schwester Toroas, Muriwai, war Priesterin oder Heilerin und soll in einer Höhle in Whakatane gelebt haben und dort auch gestorben sein. Im Roman „Whale Rider“ von Witi Ihimaera ist sie eine Vorfahrin des Mädchens Kahu (kurz für Kahutia Te Rangi, auch Paikea).

Wairaka
Wairaka

Nicht ganz so intensiv wie auf White Island ist der Kontakt mit der Hitze aus dem Erdinneren beim Besuch des Thermalparks Wai-o-tapu (Heiliges Wasser). Auf relativ kleinem Raum brodelt es auch hier. Die wassergefüllten Krater haben aufgrund verschiedener Oxide teilweise die schillerndsten Farben. Pünktlich zum Ausbruch waren wir am „Lady Knox“ Geysir.

Nach einem kurzen Abstecher zu den kochenden Schlammlöchern geht es weiter.

Die blubbernden Schlammlöcher in der Nähe des Thermalparks.
Die blubbernden Schlammlöcher in der Nähe des Thermalparks.

Wir verlassen die Region Waikato (in der auch das Auenland liegt….). Der Regen hat uns eingeholt.

Und mit viel Wasser geht es dann weiter – im nächsten Teil…

Es wird nass ... Demnächst
Es wird nass … Demnächst

Eine Reise durch Neuseeland – Teil zwei: eine etwas andere Farm und ein blaues Leuchten

Nach meinem Ausflug in den Norden der Nordinsel (Teil 1) stand ein weiteres Highlight auf meinem persönlichen Programm. Hin und zurück. Eine lang erwartete Reise…

Die Landschaftsaufnahmen insbesondere im „Hobbit“, aber natürlich auch im „Herrn der Ringe“ (die Verfilmungen von Peter Jackson) sind nicht ganz unschuldig daran, dass ich mich auf den Weg nach Neuseeland gemacht habe. Daher stand ein Besuch von Hobbingen, oder Hobbiton, mit auf dem Wunschzettel. Auch diese Tour ist aus dem Angebot von „Great Sights“ (https://www.greatsights.co.nz/new-zealand-tours). Sie startet in Auckland, am InterCity Sky City Bus Terminal, und entführt mich zunächst ins Auenland, zum „Hobbiton Movie Set“.

Das Tor nach Hobbingen.
Das Tor nach Hobbingen.

Das Gelände befindet sich auf einer Farm in der Region Waikato. Wegen der durch Vulkanasche sehr fruchtbaren Böden ist das Gras in diesem Teil Waikatos besonders gehaltvoll, so dass die Kühe eine qualitativ hochwertige Milch geben. Neben Milchvieh werden auch Schafe und Rotwild gezüchtet. Der Landstrich zwischen Hamilton und Cambridge, durch den uns State Highway 1 auf dem Weg hierher geführt hat, ist für seine Pferdezucht bekannt. Je weiter wir uns dem Ziel nähern, umso mehr sieht die Landschaft wie das Auenland aus…

Das Auenland?
Das Auenland?

Das „Movie Set“ liegt auf der Alexander Farm, die durch die Filmkulissen sehr besonders, aber immer noch eine Farm ist. Die Schafe und Rinder tragen die pendelnden Busse, die täglich hunderte Touristen vom Besucherzentrum auf das Gelände und wieder zurück bringen, mit Fassung.

Nicht immer nur im Hintergrund - die Rinder sind an den Trubel gewöhnt.
Nicht immer nur im Hintergrund – die Rinder sind an den Trubel gewöhnt.

Am Eingang zum Auenland übernimmt ein kundiger Guide die mit Fotoapparaten, Handys und Selfie-Sticks schwer bewaffneten Besucher. Nach ein paar einleitenden Worten geht es los.

Mitten im Auenland
Mitten im Auenland

Auf dem Rundgang durch das „Hobbiton Movie Set“ habe ich es tatsächlich geschafft, meine Canon DSLR warm zu fotografieren. Die etwas über 250 Bilder sind kaum erwähnenswert neben dem Rekord von 3.500 (dreieinhalb tausend), von dem unser Guide berichtet hat. Die liebevoll gestaltete, aufwändig gepflegte Anlage bietet tatsächlich unzählige Details. Ich bin mir sicher, dass ich längst nicht alle entdeckt habe…

Dazu gab es viele kurzweilige Geschichten. So über den (einzigen) künstlichen Baum auf dem Gelände, die Eiche, deren Blätter nach Fertigstellung nochmals vom Baum genommen und einzeln per Hand mit einer anderen Farbe versehen wurden, da Peter Jackson mit dem ersten Versuch nicht zufrieden war.

Die alte Eiche von Beutelsend
Die alte Eiche von Beutelsend.

Details wie die Wäsche auf der Leine, rauchende (Holzrauch!) Schornsteine und insbesondere die prachtvolle Bepflanzung verleihen dem Gelände eine lebendige, ungekünstelte Atmosphäre.

Nicht nur die zahlreichen Blumenbeete, auch die Gemüse- und Obstgärten werden liebevoll gepflegt. Bei der Auswahl der Sorten wurde auf die Größenverhältnisse geachtet – Hobbits sind nun mal kleiner als Menschen. Daher gibt es auch verschieden große Behausungen. Zauberer wurden vor kleinen Türen gefilmt, Hobbits vor großen …

Ob wohl einer der Hausherren von Beutelsend, der Hobbit-„Höhle“ mit dieser besonderen grünen Tür, daheim ist?

Kein Eintritt für uns …

 

 

Dabei lag das Pfeifchen noch dort.
Eine ganz besondere grüne Tür.
Eine ganz besondere grüne Tür.

Nach einem letzten Blick zurück ging es weiter, zum Mittagessen in Richtung des „Grünen Drachen“.

Beutelsend in Hobbingen.

 

 

Das Auenland – auf einer etwas anderen Farm.

 

 

Auf dem Weg zum „Grünen Drachen“.

Am Wahrzeichen dieser Gastwirtschaft, dem geschnitzten Drachen über der Theke, hat ein einheimischer Künstler lange und sehr kunstfertig gearbeitet.

DER „Grüne Drache“…

Die Teilnehmer der Tour erwartet hier ein erfrischendes Getränk. Im Angebot ein helles Ale, ein dunkles Ale, ein Apfel Cider, ein Ingwer Bier (alkoholfrei). Alle sind nur hier erhältlich, sie werden speziell für den „Grünen Drachen“ gebraut. Das reichhaltige Mittagessen gibt es im Festzelt dahinter.
Nach diesem halbtägigen Besuch wird mir bewusst, dass es die vielen erst auf den zweiten Blick erkennbaren Details sind, die die Verfilmungen so lebendig und „echt“ wirken lassen und dadurch sicher wesentlich mit zum Erfolg beigetragen haben.

Die Liedzeilen
„Ich möcht in Ruhe gern schauen; aber der Wagen, der rollt“
passen hier gut.

Frisch gestärkt geht es zum zweiten Highlight des Tages – der Bus rollt weiter zu den Waitomo-Glühwürmchen-Höhlen.

Wai tomo (Maori) bedeutet in etwa „Fluss, der in das Loch im Boden fließt“. Das Höhlensystem wurde vom örtlichen Maori-Häuptling Tane Tinorau und dem englischen Landvermesser Fred Mace im Jahr 1887 erstmals genauer untersucht. Im Jahr 1990 wurden die Höhlen und das umgebende Land an die Nachfahren der ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben. Deren Familienangehörige stellen einen Großteil des Personals, das das Besucherzentrum betreibt. Zu sehen sind nicht nur die Glowworms, sondern auch die aus dem Kalkgestein entstandenen Tropfsteine.

Bei den „Glühwürmchen“ handelt es sich um Mückenlarven, die leuchten, um Insekten anzulocken. Diese bleiben dann an feinen, klebrigen Fäden hängen. Es gibt sie nicht nur in den Höhlen. Bei Nacht kann man sie auch im feuchten Wald in Höhlungen unter Bäumen oder Böschungen sehen. Bei Tageslicht sind sie kaum zu entdecken. Im Dunkeln verraten sie sich durch ein unwirkliches, magisch anmutendes blaues Leuchten.

Es sind keine blauen LEDs…

Um die Höhlen zu schützen, ist das Fotografieren im Inneren nicht gestattet. Man kann sich aber, wie mittlerweile an vielen Sehenswürdigkeiten, beim Betreten vor einem „Green Screen“ fotografieren lassen. Dieses Bild wird in professionelle Aufnahmen der Höhlen „eingebaut“. Am Ausgang kann man die Bilder dann kaufen.

Zurück in Auckland habe ich endlich den Sky Tower besucht.

In guter Gesellschaft.

Bei schönem Wetter hat man von da oben einen fantastischen Blick über die „City Of Sails“. Leider war ich nicht bei schönem Wetter auf dem Skydeck in 220 m Höhe. Warum Auckland auch die „Stadt der Segel“ genannt wird, konnte man beim Blick in Richtung Hafen trotzdem ahnen.

„City Of Sails“ im Regen – Blick auf St Marys Bay und Westhaven.

 

Der Regen und der dazu passende Wetterbericht ließen wenig Gutes ahnen für den kommenden Tag. Dabei sollte das Rundreise-Abenteuer da erst richtig losgehen – und zwar richtig heiß ….

Es wird heiß … Bald geht’s weiter!

 

 

Eine Reise durch Neuseeland – Teil eins: ein Beginn, Sanddünen und Strände

Zunächst ein paar Worte vorab:
Diesen Beitrag schreibe ich als Gast im Blog von Volker, dem ich herzlich für diese Möglichkeit und die Unterstützung dabei danke. Mein erster Blogbeitrag…

Warum Neuseeland? Ein Land, in dem in unserem Winter Sommer ist. Dessen grandiose Landschaften Hauptrollen nicht nur in unbekannten Filmen spielen. Schon seit Jahren denke ich: „Irgendwann musst Du da mal hin…“

Dieses „Irgendwann“ kam im Januar 2018. Flug über Singapur. Abflug Donnerstag, kurz vor Mitternacht. Ankunft Samstag, kurz vor Mittag. Dabei nur drei Stunden Aufenthalt in Singapur. Das Reiseziel ist zugegebenermaßen mit „ungefähr einmal durch den Erdmittelpunkt“ schon sehr weit weg. Aber anderthalb Tage?! Ja, aufgrund der Zeitverschiebung. Wegen der Sommerzeit „gegenüber“ sind es in unserem Winter genau 12 Stunden, die uns die Kiwis voraus sind, was das Rechnen vereinfacht. Und die Kommunikation manchmal erschwert.

Um möglichst viel vom Land zu sehen, musste es eine Rundreise werden. Die Extras zu den bekannten Spielfilmen, einige Bücher und verschiedene Dokumentationen haben Wünsche geweckt. Welche Ziele sollten dabei sein? Wie lange braucht man, um das alles zu sehen?

Die üblichen Recherchen im Internet und den Katalogen verschiedener Reiseanbieter resultierten in einer Kombination von Bus-Rundreisen. Tausche Flexibilität gegen Rundum-Sorglos-Paket. Ein wenig skeptisch war ich schon. Das Ergebnis hat alle Erwartungen weit übertroffen. Meinen Reisebericht möchte ich in Volkers Blog in mehreren Teilen abgeben. So kann ich eine traumhafte Reise in Gedanken wiederholen. Und vielleicht interessiert sich danach der eine oder andere Leser etwas mehr für das „Land der langen weißen Wolke“.

Nach der Landung in Auckland blieb mir noch ein halber Tag, bis die erste Tour losging. Ausgerüstet mit Sonnenschutz für Haut und Augen (sprich: Sonnencreme und Brille), den Fotoapparat griffbereit, ging es los.

Der Skytower ist mit 328 m nur 40 m niedriger als der Berliner Fernsehturm. Den Besuch habe ich um ein paar Tage verschoben (schlechte Entscheidung…).

Blick auf den Skytower
Blick auf den Skytower

Die erste Reise führte in drei Tagen mit dem Veranstalter „Great Sights“ (https://www.greatsights.co.nz/new-zealand-tours) von Auckland bis ganz in den Norden der Nordinsel und wieder zurück. Die Busfahrer auf diesen Touren haben viele interessante Geschichten zu Land und Leuten zu erzählen.

Karte der Nordtour

Ausgangspunkt für die Erkundungen war Paihia in der Bay of Islands.

Willkommen in Paihia
Willkommen in Paihia

In den Waitangi Treaty Grounds gibt es Interessantes zu sehen, nicht nur das „Treaty House“.

Treaty House, Waitangi
Treaty House, Waitangi

Während einer Führung über das Gelände erfährt man viel über die Geschichte und Kultur der Maori und natürlich über den dort im Jahr 1840 erstunterzeichneten historischen Vertrag zwischen der britischen Krone und Maori-Häuptlingen der Nordinsel. Der Waitangi-Day am 6. Februar erinnert als nationaler Feiertag an diese Unterzeichnung von Neuseelands Gründungsdokument.

Wharenui (Versammlungshaus) in Waitangi
Waitangi Kriegs-Kanus (Waka)
Waitangi Kriegs-Kanus (Waka)

Auf dem Weg in den Norden lohnt sich ein Abstecher zu den majestätischen Kauri-Bäumen im Puketi-Forest.

Die Kauris vom Manginangina Kauri Walk
Die Kauris vom Manginangina Kauri Walk

Über teils nur geschotterte Pisten, die man sich mit großen Holztransportern teilt, gelangt man dorthin. Die umliegenden Pinien-Wälder werden bewirtschaftet, nach der „Ernte“ wird wieder aufgeforstet. Der (geschützte) Bestand an Kauri-Bäumen ist landesweit durch eine Krankheit stark gefährdet. Zum Schutz dieser teilweise viele Jahrhunderte alten Giganten sollten die Besucher die Holzstege nicht verlassen.

Manginangina Kauri Walk
Der Manginangina Kauri Walk

Kunstvoll gefertigte Schnitzereien und Möbel aus fossilem Kauri-Holz, das aus ehemaligen Sümpfen geborgen wird, kann man auf dem Rückweg dann bei „Kā Uri unearthed“ in Awanui bestaunen und erwerben.

Auf der weiteren Fahrt gen Norden laden immer wieder herrliche Strände zum Verweilen ein.

Der Strand von Taipa Bay
Der Strand von Taipa Bay

Ein weiterer Abstecher bietet die Möglichkeit, mit dem Sandboard große Sanddünen hinabzufahren. Über den Te Paki – Fluss kommen geländegängige Fahrzeuge bei Niedrigwasser dorthin.

Die Sanddünen am Te Paki
Die Sanddünen am Te Paki

Weiter geht es bis zum Ende des State Highway 1. Auf dem Spaziergang zum Leuchtturm von Cape Reinga kann man das Farbenspiel an der Grenze zwischen der Tasmanischen See und dem Südpazifik bewundern.

Wo sich Tasmanische See und Südpazifik treffen
Wo sich Tasmanische See und Südpazifik treffen

Das Kap ist nicht ganz der nördlichste Punkt des Festlands. Der Leuchtturm ist ein beliebtes Fotomotiv. Den Maori heilig ist der uralte Pohutukawa-Baum, der sich in einiger Entfernung östlich davon an die ins Meer ragenden Felsen klammert. Der Legende nach treten von hier aus die Seelen der Verstorbenen die Reise nach Hawaiki, dem Land der Ahnen, an.

Der Leuchtturm von Cape Reinga (links) und der uralte Pohutukawa auf der vorletzten Klippe rechts
Der Leuchtturm von Cape Reinga (links) und der uralte Pohutukawa auf der vorletzten Klippe rechts

Unser Rückweg vom Kap führt über den bei Ebbe und gutem Wetter befahrbaren langen Strand „Ninety-Mile-Beach“.

Eine etwas andere Straße
Eine etwas andere Straße

Tatsächlich ist der Strand keine 90 Meilen lang. Der Fahrer bot zwei Alternativen an, was den Namen angeht. Ich gebe sie beide wieder.

  1. Der Strand ist tatsächlich fast 90 km lang, das wurde irrtümlich als Längenangabe in Meilen übernommen.
  2. Ein Pferde-Fuhrwerk schaffte ca. 30 Meilen am Tag. Drei Tage dauerte die Reise über die gesamte Länge, also mussten es 90 Meilen sein.

Das Nachvollziehen dieser Tour mit einem normalen Pkw ist nicht empfehlenswert, auch wenn der Strand offizieller Teil des Fernstraßennetzes ist. Die Befahrbarkeit hängt von den Wasser- und Sandverhältnissen ab. Der Bus ist eine Spezialanfertigung mit extra starkem Motor und großer Bodenfreiheit, so dass das Benutzen der aufgeschütteten Rampen zum Befahren und Verlassen des Strandes problemlos, wenn auch ein wenig „bumpy“ – holprig – war. Das war eines meiner Lieblingswörter in diesem Urlaub. Von leichten Turbulenzen im Flugzeug bis zu meterhohen Wellen in der Bay of Islands – der jeweilige Käpt’n sprach immer von „A little bit bumpy.“

Dieses „bumpy“ ist der Grund, weshalb ich Bilder von der Bootsfahrt in Richtung „Hole in the Rock“ in der Bay of Islands schuldig bleibe. Dieses Fahrtziel wurde aus Sicherheitsgründen nicht angesteuert.

Logbuch einer Bootsfahrt - a little bit bumpy
Logbuch einer Bootsfahrt – a little bit bumpy

Der Aufenthalt auf der Insel Urupukapuka bot die Möglichkeit für eine kurze Wanderung. Malerisch der riesige, etwas windzerzauste Pohutukawa über der Bucht.

Der alte Pohutukawa thront über der Bucht
Der alte Pohutukawa thront über der Bucht

Diese Bäume blühen normalerweise um die Weihnachtszeit, in dieser Saison aber schon im November, so dass nur noch an wenigen Exemplaren vereinzelte Blüten zu sehen waren.

Letzte Blüten des
Letzte Blüten des „Neuseeländischen Weihnachtsbaums“

Im nächsten Teil geht es zurück nach Auckland und von dort nach Matamata, besser bekannt als Hobbiton.

Im nächsten Teil ... Coming soon
Im nächsten Teil … Coming soon