Buchtipp: Das BILD-Buch – Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte

Als „Zeitreisender“ bin ich bereits vor einigen Jahren auf das BILD-Buch aufmerksam geworden.
Im Jahr 2012 feierte der Taschen-Verlag mit einem riesigen 11 Kilo schweren Buch zum Preis von 99 Euro den 60. Geburtstag der BILD-Zeitung.
Mir gefiel sofort das riesige Format und die Aufmachung des Buches. Das BILD-Buch enthält jeweils die erste Seite der ausgewählten Zeitungsausgabe im Originalformat, für den Zeitraum von Juni 1952 bis August 2015 (Erstausgabe)!
Als ich jetzt kurz vor Weihnachten durch die Buchhandlungen ging, entdeckte ich die aktualisierte Neuausgabe vom 8.09.2017, da konnte ich nicht mehr widerstehen.

Ich bin und war zwar kein BILD-Leser, aber dieses Buch ist wirklich ein einmaliges Dokument der Zeitgeschichte!
Nach einleitenden Worten von Stefan Aust, Vitali Klitschko u.a. beginnt die Neuauflage wieder mit der Nr. 1 am 24.06.1952 und endet jetzt mit der Ausgabe am 8.07.2017, jeweils mit ausgewählten 781 Titelseiten im Originalformat!
Es ist eine Zeitreise über 65 Jahre deutsche Geschichte und Weltpolitik.
Ich werde sicherlich mehrere Monate (oder Jahre) brauchen, um alle 812 Seiten zu betrachten und die größten Schlagzeilen zu lesen, aber es ist wirklich ein Genuss!
Viele Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte leben wieder auf und es ist einfach erfrischend und spannend, die unvergesslichen Schlagzeilen wie zum Beispiel über den legendären „Samenraub“, „Der Mond ist jetzt ein Ami“ oder „Wir sind Papst“ noch einmal zu lesen.

Quelle: TASCHEN-Verlag
Quelle: TASCHEN-Verlag

BILD-Chefredakteur und Herausgeber Kai Diekmann definierte das Ziel dieser einzigartigen Kooperation zwischen dem Axel Springer Verlag und dem TASCHEN-Verlag mit dem Slogan „Eine Epoche nachfühlbar machen“ (Quelle: TASCHEN).
Dies ist mit diesem gigantischen Buch wahrlich gelungen. Beim Lesen der Titelseiten wird die Vergangenheit wieder lebendig. Herzhafte Lachmomente sind ebenfalls garantiert!

Hier ein Video des TASCHEN-Verlages zum Erscheinen der Erstausgabe.

Quelle: TASCHEN/YouTube

Ich freue mich auf die mehrmonatige (oder jahrelange) Lektüre des Buches und hoffe, dass ich meine Lieblings-Schlagzeile der letzten Jahrzehnte wiederentdecke:

„Frau erschlug sich aus Angst vor Frühjahrsputz mit Hammer“ 🙂 🙂 🙂

Produktdetails:
Hardcover, 26,9 x 5 x 37,8 cm, 812 Seiten
Gewicht: ca. 11 kg
ISBN 978-3-8365-7074-9
Verlag: TASCHEN (8. September 2017)
Ausgabe: Deutsch
Preis: 39,99 €.

Buchtipp: „Feuer der Leere“ – Robert Corvus

Quelle: Piper-Verlag

Über die Perry Rhodan-Serie wurde ich im Frühjahr 2017 auf den Roman „Feuer der Leere“ von Robert Corvus aufmerksam, da der Autor in regelmäßigen Abständen auch für die größte Science-Fiction-Serie der Welt schreibt.
Da zu diesem Zeitpunkt mein Geburtstag nahte, kam ich auf die grandiose Idee, mir diesen Roman zum Geburtstag schenken zu lassen 🙂
Umso mehr freute ich mich über das entsprechende Geburtstagsgeschenk meiner Tochter 🙂
Daher direkt hier der Hinweis, dass ich kein Rezensionsexemplar erhalten habe und auch keine Provision für diesen Blogbeitrag erhalten werde.

Zum Inhalt des Romans:
In einer fernen Zukunft lebt die Menschheit nicht mehr auf der Erde, da sie zerstört wurde. Es gibt nur noch eine Million Menschen, die in 30 Großraumschriffen leben. Die Menschen werden von Außerirdischen gejagt, den überlegenen Giats. Diese Außerirdischen sind der Menschheit militärisch überlegen und jagen sie durch die Galaxis.
Von den insgesamt 30 Raumschiffen wurden 29 von Menschen gebaut. Ein Raumschiff – die SQUID – ist eine riesige Lebensform, ein lebendes Schiff und hat Menschen von einer sterbenden Kolonie auf einem Planeten in sich aufgenommen.
Die SQUID ist auch das einzige Raumschiff, das eine künstliche Schwerkraft in seinem Inneren geschaffen hat. Auf den anderen Schiffen ist es der Menschheit bisher nicht gelungen, eine künstliche Schwerkraft herzustellen.
Alle Raumschiffe fliegen zusammen als Schwarm durch die Milchstraße, auf der Suche nach Planeten, auf denen geeignete Nahrungsmittel für die verbliebene Menschheit gefunden werden kann.
Auf den 29 von Menschen gebauten Raumschiffen haben sich unterschiedliche Gesellschaftsformen und Weltanschauungen entwickelt, wobei jede Gesellschaftsform von den anderen mehr oder weniger toleriert wird.
Auf der Suche nach Nahrungsmitteln müssen die Menschen auf dem Planeten Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der große Ähnlichkeit mit der Erde aufweist.
Doch noch während die Menschen darüber nachdenken, was der neue Kontakt für die Bewohner des Planeten Cochada bedeutet, ereignet sich auf der SQUID etwas ganz Besonderes. Ugrôn, ein Besatzungsmitglied der SQUID, spürt in seinem Innern immer wieder die Gedanken und Gefühle der „gütigen Mutter“, des lebendigen Raumschiffes.

Meine Gedanken zum Roman:
Der Leser wird am Anfang des Romans direkt in eine Raumschlacht hineingeworfen, nämlich der Zerstörung des Planeten G’olata, einem wichtigen Stützpunkt der Giats. Der Angriff auf diesen Planeten wird geschildert aus der Sicht der Kampfpilotin Rila Egron-Itara. Ich fühlte mich an Kampfszenen von STAR WARS erinnert und dachte: wenn der Roman schon so fulminant beginnt, wie kann man das noch steigern?
Am Ende der erfolgreichen Zerstörung des Planeten ist das Schicksal der Kampfpilotin Rila ungewiss.

Nach diesem Eingangskapitel geht die Handlung in ruhigere Gewässer über und eine weitere Hauptfigur des Romans wird vorgestellt.
Starn Egron, der Bruder von Rila, hat sich von seiner ursprünglichen Militärkarriere losgesagt und versorgt als Xenofarmer auf der MARLIN die Flotte mit Nahrungsmitteln. Er baut Lebensmittel auf fremden Himmelskörpern an, erntet diese und sorgt somit dafür, dass die Menschen auf den Raumschiffen überleben können.
In den folgenden Kapiteln war ich etwas überfordert mit der Fülle an technischen Details. Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wie man als Autor auf diese Einzelheiten überhaupt kommen kann und welcher enorme Rechercheaufwand dahinter steckt.
Nicht umsonst schreibt der Chefredakteur der Perry Rhodan-Serie, Klaus N. Frick, auf der Rückseite des Buches:
„Robert Corvus schreibt so bildgewaltig, dass man sich unweigerlich fragt, von welchen Welten der Mann träumt- das ist phantastisch im wahrsten Sinne!“

Das fulminante Tempo am Anfang des Buches lässt im Laufe der weiteren Kapitel nach und nimmt für mich erst wieder Fahrt auf, als die Handlung umschwenkt auf die SQUID, dem lebenden Raumschiff.
Die Beschreibung der SQUID und der auf diesem Raumschiff lebenden weiteren Hauptperson Ugrôn ist ganz großes Kino. Insbesondere der Moment, wo Ugrôn sich der Leere des Weltraums ohne Schutzanzug aussetzt, war für mich absolut faszinierend. Robert Corvus beschreibt die Auswirkungen dieses Erlebnisses auf den menschlichen Körper sehr genau und ich bin überrascht, dass man dieses Ereignis nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen evtl. überleben könnte, wenn auch nur für ganz kurze Zeit.

Die folgenden Erlebnisse auf dem Planeten Cochada sind ebenfalls sehr detailreich beschrieben und die Begeisterung der Besatzung, als sie das erste Mal einen erdähnlichen Planeten betritt und ohne Maske atmen kann, konnte ich sehr gut nachempfinden.
Der Erstkontakt mit den Bewohnern des Planeten Cochada verläuft erwartungsgemäß nicht ohne Probleme.
Als die Situation zu kippen droht, kommt es zu einer unerwarteten Wende.

Über den Ausgang des Romans war ich zwar überrascht, fand ihn aber auch sehr spannend! Hier zeigen sich Möglichkeiten auf, die in einem Folgeroman weiterentwickelt werden können.

Ich habe Robert Corvus während der Lektüre des Romans zum ersten Mal auf der PHANTASTIKA 2017 in Oberhausen getroffen und zusammen mit Martin Ingenhoven vom Blog Heftehaufen haben wir der spannenden Lesung zu „Feuer der Leere“ gelauscht.
Der Autor stellte während der Lesung kosmische Wissensfragen, die die Zuhörer beantworten konnten. So lockerte er die Veranstaltung immer wieder auf. Ich hätte noch wesentlich länger zuhören können!

Lesezeichen waren auf der PHANTASTIKA sehr begehrt 🙂
Robert Corvus und der Zeitreisende 🙂

Da ich den Roman in vielen kurzen Etappen gelesen habe, konnte ich die Lektüre nach einigen Wochen am „feurigen“ Strand auf Mallorca schließlich beenden 🙂

Das „Feuer der Leere“ am „feurigen“ Strand auf Mallorca 🙂

Besonders gefreut hat mich, dass Martin Ingenhoven und ich als „Brühlotarchen“ Robert Corvus am 11.11.2017 auf dem 1. Perry Rhodan-BrühlCon als Ehrengast begrüßen durften. Nochmals vielen Dank Robert!

Für Volker, dem Herrn der Brühlotarchen! 🙂 Danke Robert!

Mein Fazit:
„Feuer der Leere“ ist ein grandioser Science-Fiction-Roman, der nicht nur begeistern kann, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Wir sollten uns eigentlich täglich bewusst sein, auf welchem besonderen Planeten wir leben!
Der Roman eignet sich meines Erachtens nicht für Neueinsteiger in die Science-Fiction, da er sehr komplex geschrieben ist und viele Begriffe beinhaltet, die sich ein „Neuling“ der Materie erstmal erarbeiten muss. Allerdings bietet der Autor auf seiner sehr informativen Homepage auch zu jedem Roman ein Glossar an, in dem der Leser sich mit den im Roman verwendeten Begriffen weiter vertraut machen kann.
Ich hatte aufgrund der vielen technischen Erläuterungen gerade am Anfang Probleme, in den Roman einzutauchen und die Handlung vollständig aufzunehmen. Auch hätte die Handlung an einigen Stellen gestrafft werden können, um den Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln überschaubarer zu machen.
Daher habe ich den Roman später in vielen kurzen Etappen gelesen, so dass man die sehr detailreichen Informationen in den einzelnen Kapiteln besser verarbeiten konnte. Die Idee von einem organischen Raumschiff ist wirklich faszinierend!
Wer viel Action in diesem Roman erwartet, wird- abgesehen von der Eingangs- und Schlussszene – eher enttäuscht werden. Aber gerade die gefühlvolle Entwicklung und Beschreibung der einzelnen Schauplätze macht diesen Roman zu einem außergewöhnlichen Science-Fiction-Werk und die „Leere“ des Weltraums fast spürbar.
Einfach galaktisch spannend!

Hier noch einmal eine Zusammenfassung des Romans durch den Autor:

Quelle: Robert Corvus/YouTube

Robert Corvus hat mitterweile angekündigt, dass der Nachfolgeroman „Das IMAGO-Projekt“ Anfang April 2018 erscheinen wird. Ich bin schon sehr gespannt!
Hier ein Einblick in den Schaffensprozess:

Quelle: Robert Corvus/YouTube

Hinweis:
„Feuer der Leere“ ist ein Papego-Buch. Wer sich die kostenlose App für iOS oder Android aufs Handy lädt, kann eine Seite im Querformat scannen und erhält die nächsten ca. 150 Seiten für unterwegs auf sein mobiles Endgerät gespielt (bis zu 25% des Buches). Wenn der Nutzer zu Hause im Buch weiterlesen möchte, wird die Print-Seitenzahl in der App angezeigt. Diesen Vorgang kann der Nutzer mehrfach wiederholen. Dies ersetzt zwar kein Ebook, ist aber eine sehr interessante Alternative.

Wer jetzt schon Lust auf eine Online-Lesung hat, kann sich dieses Video anschauen.

Informationen zum Buch:
Titel: Feuer der Leere
Autor: Robert Corvus
Erscheinungstag: 20. März 2017
Umfang: 495 Seiten
Piper Verlag
Preis: 16,99 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-492-70439-7

siehe auch:
Homepage von Robert Corvus
Blog Heftehaufen: Tellerrandlesen – Feuer der Leere
Die bisherigen Perry Rhodan-Werke des Autors auf seiner Website

Buchtipp: MOONFIRE – Norman Mailer

In einem meiner letzten Blogbeiträge habe ich über die bisher letzte bemannte Mission von Apollo 17 zum Mond berichtet: „The Last Man on the Moon„.
In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen wahren Leckerbissen präsentieren, wenn Sie sich für die Apollo-Flüge der NASA von 1968-1972 interessieren.
Aufgrund eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung habe ich von einem Buch gelesen, dass über die legendäre Reise der Apollo 11 berichtet: „MOONFIRE“ von Norman Mailer.
Als großer Raumfahrt-Fan habe ich mir dieses Buch sofort bestellt und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich seit 1969 schon sehr viele Fotos von der ersten Mondlandung gesehen habe, enthält dieses Buch zum Teil Aufnahmen, die ich noch nie gesehen habe.

Als Neil Armstrong und Buzz Aldrin mit der Mondlandefähre „Eagle“ am 20.07.1969 auf dem Mond landeten, verlebte ich mit meinen Eltern im Taunus meine Sommerferien. Ich weiß noch sehr genau, dass ich meinen Vater gebeten hatte, mich am Morgen des 21.07. früh zu wecken, weil ich den Ausstieg der Astronauten nicht verpassen wollte.
Mein Vater hat mich dann leider etwas zu spät geweckt, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin bereits auf dem Mond „hüpften“. Ich war ziemlich sauer, dass ich den Ausstieg verpasst hatte. Von den (damals ziemlich unscharfen) Live-Bildern war ich dennoch völlig begeistert. Ich verfolgte im Urlaub den Rest der Mission.
Der Flug von Apollo 11 hatte mein Interesse für die Raumfahrt und das Weltall endgültig geweckt.
Von diesem Zeitpunkt an habe ich alle Apollo-Missionen verfolgt und war sehr enttäuscht, als im Dezember 1972 mit dem Flug von Apollo 17 das amerikanische Mondlandeprogramm endete.

Das Buch aus dem Kölner TASCHEN-Verlag gibt es in zwei Ausführungen: die große Ausgabe mit 348 Seiten im Format 28,1 x 3,4 x 33,8 cm mit einem Gewicht von sagenhaften 3 kg und einer Hardcover-Ausgabe mit 616 Seiten im Format 14,9 x 4,5 x 20,3 cm.
Da ich die Fotos möglichst groß sehen wollte, habe ich mich natürlich für die größere Variante entschieden und ich muss sagen, dass dieses Buch mein bisher schönstes Buch über die Apollo-Flüge ist.
Die frühere Original-Ausgabe kostete einmal 750 €, nun wird das Buch zu einem Preis von 29,99 € angeboten.

Als einer der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts erhielt Norman Mailer im Jahr 1969 von der Zeitschrift LIFE den Auftrag, über den Flug zum Mond zu berichten, daraus entstand dieses faszinierende Buch.
Das Buch enthält hunderte Fotos dieser legendären Apollo-Mission und von Plänen der NASA, Zeitschriftenarchiven und Privatsammlungen. Die Abbildungen dokumentieren die Entwicklung der Raumfahrtbehörde und der Apollo-Mission, das Leben in der Kommandokapsel und auf der Mondoberfläche sowie die begeisterten Reaktionen der Welt auf die erfolgreiche Landung (Quelle: Taschen-Verlag).

Fazit: dieses Buch ist für jeden Raumfahrt-Fan durch seine hochwertige Verarbeitung und fantastischen Hochglanz-Aufnahmen ein absolutes Muss!
Das größte und schönste Buch über das Mondlandeprogramm, das ich jemals gesehen habe.
Einfach galaktisch!

Blättern Sie in folgendem Video durch das Buch und schauen Sie sich die Fotos im Schnelldurchlauf an.

Quelle: WonderBooks/YouTube

Übrigens: Buzz Aldrin schreibt regelmäßig auf Twitter, hier ein aktueller Tweet:

Hinweis: Wie immer habe ich für diesen Blogbeitrag keine Provisionen von irgendwelchen Verlagen erhalten.

siehe auch:
die sehenswerte Dokumentation „Im Schatten des Mondes

Buchtipp: „Das Haus am Rande der Zeit“ – Ann Tatlock

Quelle: brunnen-verlag.de

Neulich las ich eine sehr interessante Buchrezension von Katja in ihrem Blog: „Das Haus am Rande der Zeit“.
Als „Zeitreisender“ war ich von dieser Rezension sofort begeistert. Ich habe das Buch bestellt und was soll ich sagen: ich habe es in 3 Tagen ausgelesen. Beim Schreiben dieser Rezension hatte ich große Lust, das Buch nochmal zu lesen.

Zum Inhalt:
Das Jahr 1968: Aufgrund einer Affäre verlässt Pastor Patrick Crane seine Gemeinde und zieht mit seiner Frau und den beiden Kindern in ein altes, abgelegenes Haus in den Bergen. Dort geschehen ungewöhnliche Dinge: Immer wieder treffen die vier auf Menschen, die behaupten, selbst in diesem Haus zu wohnen und aus einer anderen Zeit zu kommen. Nur langsam beginnt die Familie zu ahnen, dass die unverhofften Begegnungen ein Geschenk sind – von Gott höchstpersönlich …
Quelle: „Das Haus am Rande der Zeit“ – Ann Tatlock (Buchrücken).

Am Anfang der Lektüre hatte ich Probleme mit dem Perspektivwechsel in den jeweiligen Kapiteln – die Handlung wird aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder Patrick, Meg und ihren Kindern Linda und Digger erzählt.
Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch mit dem Erzählstil angefreundet und ich bin in der Handlung regelrecht versunken.
Das Leben von Meg gerät aus den Fugen als sie erfährt, dass ihr Mann sie mit ihrer Cousine betrogen hat. Das Ehepaar trennt sich jedoch nicht, sondern zieht mit ihren Kindern Linda und Digger in den Blue Ridge Mountains (North Carolina) in ein altes, abgelegenes Haus. Nach einer Legende sollen in dieser Gegend immer wieder ungewöhnliche Dinge geschehen und tatsächlich treffen die Familienmitglieder auf Personen, die behaupten, auch in diesem Haus zu wohnen.
Linda und Digger treffen im Haus immer wieder auf Mac und Austin aus dem Jahr 1916, Meg und Patrick haben Kontakt zu Celeste und Gavan aus dem Jahr 2005.

Die Handlung entwickelt sich ganz langsam; die Begegnungen mit den Zeitreisenden führt die Familie wieder zusammen und Meg versucht, ihrem Mann Patrick zu verzeihen.
Als die Familie jedoch gerade beginnt, den Sinn dieser Begegnungen zu verstehen, bringt plötzlich ein neues Ereignis die Familie an den Rand der Verzweiflung.

Quelle: brunnen-verlag.de

Fazit:
Das Buch hat ein sehr schönes Cover, eine angenehme Schriftgröße und kurze Kapitel.
Ann Tatlock versteht es sehr geschickt, verschiedene Zeitebenen miteinander zu verbinden und der Handlung einen christlichen Aspekt beizufügen. Das Ende des Buches endet mit einer Überraschung und der Leser erfährt, wer die Personen aus den anderen Zeiten sind.
Eine wunderschöne Geschichte, die sich von Kapitel zu Kapitel ganz langsam steigert. „Vergebung“ ist das entscheidende Thema in der gesamten Handlung. Die Lektüre des Buches eröffnet auf manche Ereignisse im eigenen Leben eine völlig neue Perspektive. Ich habe selten ein Buch gelesen, das bei mir so lange nachgewirkt hat und immer noch nachwirkt.

Eine wirklich faszinierende Geschichte! Zeitreise mal ganz anders!

„Zeit ist das, was verhindert, dass alles auf einmal geschieht“.

Ray Cummings, The Girl in the Golden Atom
aus: „Das Haus am Rande der Zeit“ – Ann Tatlock

siehe auch:
Website von Ann Tatlock
Ann Tatlock auf Twitter

Zeitreise-Roman: „Der Anschlag“ (Stephen King)

Anschlag
Quelle: Heyne-Verlag

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer.
Jake Epping kann in jene Zeit zurückkehren und soll den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung.
Quelle: Klappentext: „Der Anschlag“, Stephen King, Heyne-Verlag

Als Zeitreise-Fan habe ich diesen Roman mit großem Interesse gelesen, ich fand ihn sehr spannend und faszinierend zugleich. Er ist eine Mischung aus Action, Science-fiction und großen Gefühlen.

Zum Inhalt: Jake Epping soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy verhindern, um den Lauf der Geschichte zu ändern. Durch ein Zeitportal gelangt er in das Jahr 1958. Hier beginnt für ihn ein neues Leben in einer neuen Welt und er findet Lee Harvey Oswald, den vermeintlichen Einzeltäter, der John F. Kennedy erschossen haben soll.
Aber gleichzeitig begegnet er Sadie Dunhill, der großen Liebe seines Lebens. Und je näher er seinem Ziel am 22.11.1963 kommt, umso mehr wehrt sich die Vergangenheit gegen Veränderungen.

Mit über 1.000 Seiten ist das Taschenbuch schon ziemlich umfangreich. Aber der Leser fällt nach einer kurzen Einleitung in der Gegenwart des Jahres 2011 mit dem Hauptdarsteller durch das Zeitportal ins Jahr 1958, und erlebt hautnah das damalige Amerika mit Elvis, großen Autos, beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen und exotischen Biersorten.
Aber je näher der 22.11.1963 kommt, umso größere Hindernisse müssen Jake Epping und Sadie Dunhill überwinden, um zum eigentlichen Ziel zu gelangen.
Schafft es Jake Epping, Lee Harvey Oswald vor seinen tödlichen Schüssen auszuschalten und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Weltgeschchte?
Kann er mit Sadie Dunhill in die Gegenwart zurückreisen oder muss sie in der Vergangenheit verbleiben, um ihn viele Jahre später vielleicht noch einmal zu treffen?
Und am Ende des Romans gelangt der Leser zu der Erkenntnis, dass Zeitreisen ziemlich gefährlich sein können und die verschiedenen Zeitstränge ordentlich durcheinander wirbeln.

Mehr möchte ich hier natürlich nicht verraten. Aber wer sich für die amerikanische Geschichte und das Attentat auf John F. Kennedy interessiert, der wird von dieser Zeitreise-Geschichte absolut begeistert sein.

Mein Tipp auch diesmal: absolute Kaufempfehlung!

Und hier meine Rezension als Audiocast zum Hören:

Buchtipp: „Transport“ – Phillip P. Petersen

Transport
Quelle: Books on Demand, Phillip Petersen

„Transport? Transport wohin, Sir?“, fragte Russell skeptisch. „Möglicherweise direkt in die Hölle“, antwortete General Morrow.

Vor der Küste Kaliforniens wird ein außerirdisches Artefakt geborgen, das Menschen zu anderen Sternensystemen transportieren kann.
Der zum Tode verurteilte Russell Harris und neun andere Häftlinge bekommen als Versuchspersonen für den Teleporter die Chance, ihr Leben zu retten. Doch das Unternehmen entpuppt sich als gnadenloses Todeskommando, nachdem der erste Freiwillige auf grauenhafte Weise stirbt. Russell und seinen Kameraden wird klar, dass sie das Projekt nicht überleben werden. Der einzige Ausweg besteht darin, das Geheimnis des Artefakts zu lüften. Aber auch das scheint hoffnungslos – denn von den Erbauern fehlt jede Spur.

Quelle: Transport – Phillip P. Petersen (Klappentext)

Nachdem ich Anfang des Jahres das Buch „Paradox“ von Phillip Petersen gelesen und darüber auch geschrieben habe, war ich auf den Vorgänger „Transport“ sehr gespannt.
Um es direkt auf den Punkt zu bringen: meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Ich habe schon lange nicht mehr einen so spannenden Science-Fiction-Roman gelesen, an einem Tag hatte ich das Buch „verschlungen“.

Der Autor Phillip P. Petersen arbeitete als Ingenieur an zukünftigen Trägerraketenkonzepten und im Management von Satellitenprogrammen.
Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er für einen Raumfahrtfachverlag. „Transport“ war sein erster Roman, der Platz 1 der Science-Fiction-Romane bei Amazon und als Hörbuch bei Audible erreichte.

Zum Inhalt:
Zehn Todeszellen-Kandidaten erhalten die Chance, ein ausserirdisches Gerät zu testen, das sie auf fremde Planeten schicken kann, mit allerdings ungewissem Ausgang…
Das Gerät wurde im Meer gefunden und vom amerikanischen Militär in eine Höhle gebracht, wo nur ausgewählte Personen den „Transporter“ betreten dürfen.
Durch die Programmierung eines Zielcodes werden die Personen ohne Zeitverlust auf andere Planeten unserer Galaxis transportiert, zum Teil mit tödlichem Ausgang. Überlebt der Reisende den „Transport“, kann er ebenfalls ohne Zeitverlust wieder zur Erde zurückkehren.
Warum einige Transporte tödlich enden und einige nicht, bleibt zunächst ein Rätsel…
Und auch die Frage, welche außerirdische Zivilisation den Transporter gebaut hat, kann zunächst nicht beantwortet werden.
Doch mehr möchte ich hier nicht verraten 🙂

Das Buch ist sehr flott geschrieben und die Spannung wird von Kapitel zu Kapitel immer mehr aufgebaut.
Einige überraschende Wendungen der Handlung bringen zusätzlichen Nervenkitzel. Die erreichten Planeten werden sehr anschaulich beschrieben, der Leser reist hautnah mit.
Auch die Auflösung am Ende des Romans war aus meiner Sicht sehr gut nachvollziehbar.

Da das Buch sehr erfolgreich ist und die Handlung gut ausgebaut werden kann, soll bereits in Kürze der Nachfolger „Transport 2“ erscheinen und auch „Transport 3“ ist bereits in Vorbereitung.

Fazit: „Transport“ ist für jeden SF-Fan ein ganz besonderer Lese-Tipp und sehr spannend geschrieben. Ich hoffe, dass „Transport 2“ diese Spannung halten und vielleicht noch steigern kann.
Die Handlung könnte auch sehr gut verfilmt werden.

Absolute Kaufempfehlung!

siehe auch:
Homepage des Autors Phillip Peterson
Buchtipp: „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“