Neue Mond-Impressionen

Nachdem Apollo 11 heute vor 50 Jahren wieder auf der Erde gelandet ist, wird der Hype um die erste Mondlandung in den Medien so langsam wieder nachlassen.
In meinem letzten Beitrag habe ich über die hervorragende Kino-Doku zur Mission von Apollo 11 berichtet.

In den letzten Tagen lässt sich der Mond wieder wunderbar fotografieren. Hier zwei Aufnahmen vom 14.07.19 (zwei Tage vor der partiellen Mondfinsternis) und vom 23.07.19. Das erste Foto ist auch auf SPEKTRUM.de zu sehen.

Ort: Mittergars/Bayern. 14.07.2019 21:21 MESZ, 1/400 Sek., ISO-640. Tele 200 mm
Ort: Brühl/NRW. 23.07.2019 06:42 MESZ, 1/500 Sek., ISO-160. Tele 200 mm

Ein ganz besonderes Erlebnis: Kino-Doku „Apollo 11“

Vor einigen Tagen war ich endlich in der Kino-Doku „Apollo 11“, die zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung an einigen Tagen in ausgewählten Kinos in Deutschland gezeigt wird.
Zufällig genau 50 Jahre nach dem Start von Apollo 11 (es gibt keine Zufälle…).

Quelle: https://de.apollo11incinemas.com/

Dieser Film zeigt Aufnahmen u.a. in atemberaubend scharfer 70-mm-Qualität. Viele bisher eingelagerte und über Jahrzehnte vergessene Szenen wurden für diesen Film eingescannt und aufwändig bearbeitet. So entsteht der Eindruck, dass die Aufnahmen ganz aktuell sind und die Mondlandung quasi erst gestern stattgefunden hat.
Vor allem die Filmaufnahmen vor dem Start sind absolut faszinierend. In erster Linie kann man anhand der Kleidung, der Fotoapparate und auch an den Sonnenbrillen der Zuschauer auf dem Gelände erkennen, dass die Aufnahmen doch schon etwas älter sein müssen.

Bild: Neon CNN Films
Bild: Neon CNN Films
Bild: Neon CNN Films
Bild: Neon CNN Films

Als dann die gewaltige Saturn V am 16.07.1969 um 09:32 Uhr Ortszeit abhebt, spürt der Kinobesucher die enorme Kraft der Triebwerke, als wenn er live dabei gewesen wäre.

Bild: Neon CNN Films
Bild: Neon CNN Films

Die anschließenden 35- und 16-mm-Filmaufnahmen während der Mission wurde ebenfalls neu digitalisiert und sind dadurch knack-scharf. Unterlegt wurden diese Aufnahmen mit dem dazu passenden Funkverkehr zwischen Houston und Apollo 11 (in der deutschen Version werden deutsche Untertitel eingeblendet). Zusätzlich wird dazu elektronische Musik unterlegt, die auch sehr gut zu den einzelnen Szenen passt.

Zum Schnuppern hier der offizielle Trailer zum Film.

Erst mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Siehe Datenschutzerklärung.

Quelle: NEON, CNN Films/YouTube

Die Spannung wird während des Films sehr gut aufgebaut und ich fieberte regelrecht der Mondlandung entgegen, obwohl sie schon vor 50 Jahren stattgefunden hat.
Die Dramatik während der Landephase zur Mondlandung ist für mich der Höhepunkt des Films und immer wieder wurde mir erneut bewusst, was für eine grandiose Leistung die Menschheit mit dem Apollo-Programm damals abgeliefert hat.
Die Videos von der Mondoberfläche sind überwiegend bekannt. Sie wurden sehr gut zusammengestellt, die Filmsequenzen sind aber nicht ganz so scharf wie die Aufnahmen vor dem Start. Das liegt einfach daran, dass es Filmsequenzen von der Mondoberfläche nur in 16-mm-Qualität gibt, die aber für diesen Film ebenfalls digitalisiert wurden.

Der Start von der Mondoberfläche, die Kopplung im Mondorbit und der Rückflug zur Erde werden ebenfalls mit hervorragenden Aufnahmen gezeigt (der kleine blaue Punkt oben im folgenden Bild ist unser Heimatplanet, darunter die Mondlandefähre Eagle).

Bild: Neon CNN Films
Bild: Neon CNN Films

Am Ende des Films wird dem Kinobesucher erst richtig klar, was damals alles hätte schief gehen können. Es grenzt fast an ein Wunder, dass alle Mondlandungen erfolgreich durchgeführt wurden und selbst der missglückte Flug von Apollo 13 ein glückliches Ende gefunden hat.

Mein Fazit: obwohl ich schon sehr viele Filme über das Apollo-Programm gesehen habe und damals auch alle Flüge live am TV-Gerät verfolgen konnte, ist diese Dokumentation nochmal eine klare Steigerung in Qualität und Auswahl der einzelnen Filmszenen.

Wer den Kinobesuch verpasst haben sollte, wird sicherlich in absehbarer Zeit den Film im Handel erwerben können. Es lohnt sich!

Weiterführende Links:
Das atemberaubende Kinoevent Apollo 11
Todd Douglas Miller über sein Doku-Spektakel „Apollo 11“: Es sollte sich wie „Dunkirk in Space“ anfühlen
Kinofilm Apollo 11: Bilder aus einer Zeit, als wir noch zu träumen wagten
Mein Besuch im Kennedy Space Center/USA

Buchtipp: Paradox 3 (Phillip P. Peterson)

Quelle: Books on Demand, Phillip P. Peterson

Ed und seine Crew brachten von ihrer letzten Mission ein Wurmloch in ein neues Universum mit. Doch die Menschen lehnen das kosmische Geschenk ab und greifen die außerirdische Intelligenz im äußeren Sonnensystem an.

Während sich zwischen Menschen und Außerirdischen ein unbarmherziger Krieg entwickelt, reisen Ed und seine Freunde mit der Helios an einen fernen Ort, um das ungewöhnlichste Artefakt unseres Universums zu untersuchen. Dabei stoßen die Astronauten auf die Hinterlassenschaften einer ausgestorbenen Zivilisation, deren Macht selbst die der Erbauer der Sphären übertrifft. Und um die Menschheit zu retten, muss David das Geheimnis des Artefakts lüften und Ed muss sich seinen schlimmsten Ängsten stellen.

Nachdem ich im März 2016 und März 2018 über die Romane „Paradox“ und „Paradox 2“ von Phillip P. Peterson berichtet habe (siehe Links unter dem Artikel), erschien vor einigen Tagen mit „Paradox 3“ der dritte und letzte Roman der Reihe.

Nachdem ich „Paradox 2“ – wie auch alle anderen Bücher des Autors – im Eiltempo regelrecht verschlungen habe, hatte ich nicht mehr mit einem Nachfolgeroman gerechnet. Doch dieser Roman ist noch einmal eine Steigerung!
Ed und seine Crew brachten von ihrer letzten Mission der „Helios“ ein Wurmloch in ein neues Universum mit und die Außerirdischen verhinderten einen nahenden Atomkrieg, in dem die Menschheit sich selbst vernichtet hätte.
Das Wurmloch soll der Menschheit dazu dienen, in nicht allzu ferner Zukunft die Erde zu verlassen und in ein anderes Universum zu wechseln, wenn die Erde unbewohnbar sein wird.

Im vorliegenden Roman nimmt die Menschheit das Geschenk jedoch leider nicht an, weil einige Politiker versuchen, die Außerirdischen anzugreifen und zu vernichten.
Um eine drohende Vernichtung des Planeten Erde durch die Außerirdischen zu verhindern, müssen Ed, David, Wandy und Grace  in einem Raumschiff der Außerirdischen bis an die Grenzen unseres bekannten Universums und darüber hinaus reisen. Am Ende der Reise entdecken sie ein Artefakt, dass älter als das bekannte Universum ist. Was die Raumfahrer auf einem unvorstellbar großen Planeten entdecken, übertrifft selbst die Macht der Außerirdischen. Auch auf dieser Reise werden sie wieder von einem besonderen Passagier begleitet, im letzten Roman war es Einstein…

Phillip P. Peterson versteht es wieder gekonnt, den Leser bis an die Grenzen seiner Phantasie mitzunehmen. Das Buch liest sich wieder sehr spannend und einmal angefangen, möchte man die Lektüre nicht mehr unterbrechen. Es ist wie eine Sucht, ich habe daher den Roman bewusst in Abschnitten gelesen.
Im letzten Teil des Romans werden neueste kosmologische Erkenntnisse – insbesondere über schwarze Löcher – vermittelt. Diesen Teil hätte ich mir gerne etwas ausführlicher gewünscht, um den Inhalt besser nachvollziehen zu können. Das ist schon intensive Kost.
Bewegend war auch das Schicksal eines Raumfahrers am Ende des Romans.

Fazit:
„Paradox 3“ ist ein würdiger Abschluss der Trilogie, wobei mich der erste Roman besonders begeistert hat.
Auch in diesem Roman gelingt es Phillip P. Peterson perfekt, den Leser bestens zu unterhalten und zugleich kosmologisches Wissen zu vermitteln. Auf weitere Romane von PPP bin ich sehr gespannt, vor allem erstmal Transport 4!

Hinweis: ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine aktuelle Reportage des WDR über den Autor finden Sie hier.

siehe auch:
Homepage von Phillip P. Peterson
Buchtipp: „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“
Buchtipp: Paradox ² (Phillip P. Peterson)

Mondfinsternis am Morgen des 21.01.2019

Am Morgen des 21.01.2019 kündigte sich nach dem 28.09.2015 die nächste Mondfinsternis an. Die Wettervorhersage hatte klaren Himmel mit Frost angekündigt. Ursprünglich wollte ich wieder mein Stativ im Garten aufbauen, um dann die Totalität mit ausreichender Belichtung aufzunehmen.
Aufgrund der eisigen Temperaturen hatte ich diesmal keine Lust, draußen zu stehen und zu frieren.

Spontan schnappte ich mir daher mein Smartphone und machte mehrere Aufnahmen vom blutroten Mond. Eine dieser Aufnahmen ist hier zu sehen. Neben dem Mond sind die Sterne Castor und Pollux gut sichtbar.

Immer wieder erstaunlich, was Smartphones alles können. Ich finde, die Aufnahme ist ganz gut gelungen.

Mondfinsternis am 21.01.2019 um 06:04 MEZ. Ort Brühl/NRW. Blende F/1.7, ISO-1250, 1/4 Sek. Rechts sichtbar die Sterne Castor und Pollux.

siehe auch:
Fotos von der totalen Mondfinsternis am 28.09.2015

Buchtipp: Stephen Hawking – Kurze Antworten auf Grosse Fragen

Quelle: Klett-Cotta Verlag

„Denkt also daran, zu den Sternen zu schauen, und nicht auf eure Füße. Versucht zu verstehen, was ihr seht, und fragt euch, wie das Existieren des Universums möglich ist.

Seid neugierig! Und ganz egal, wie schwierig euch euer Leben vorkommt: Es gibt immer etwas, das ihr tun – das ihr erfolgreich tun könnt. Gebt nie auf, das ist am wichtigsten! Lasst eurer Phantasie freien Lauf! Gestaltet die Zukunft!“

Quelle: Stephen Hawking – Kurze Antworten auf grosse Fragen

Mit diesen Sätzen endet das letzte Buch von Stephen Hawking, es ist zugleich sein Vermächtnis.

Am 14.03.2018 starb der berühmte Astrophysiker und Kosmologe Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren.
Ich habe von ihm mehrere Bücher gelesen. Besonders beeindruckt hat mich bisher sein bekanntestes Werk : Eine kurze Geschichte der Zeit.

Nun ist sein letztes Buch erschienen, an dem er in seinem letzten Lebensjahr noch gearbeitet hat und das nach seinem Tod von seiner Familie und engsten Freunden fertig gestellt wurde. Das Buch liest sich leicht und faszinierend zugleich, es ist ein Appell an alle Menschen auf unserer Erde.

Das Buch beinhaltet folgende Kapitel:

– Gibt es einen Gott?
– Wie hat alles angefangen?
– Gibt es anderes intelligentes Leben im Universum?
– Können wir die Zukunft vorhersagen?
– Was befindet sich in einem Schwarzen Loch?
– Sind Zeitreisen möglich?
– Werden wir auf der Erde überleben?
– Sollten wir den Weltraum besiedeln?
– Wird uns Künstliche Intelligenz überflügeln?
– Wie gestalten wir unsere Zukunft?

Stephen Hawking versucht, diese Fragen jeweils verständlich und kurz zu beantworten, daher auch der Titel des Buches.
Nach jedem Kapitel beantwortet der Autor dazu nochmals eine Frage, die auf das Thema des jeweiligen Kapitels Bezug nimmt.

Besonders beeindruckt haben mich seine Ausführungen zu den Themen „Gibt es anderes intelligentes Leben im Universum?“, „Sind Zeitreisen möglich?“ und „Werden wir auf der Erde überleben?“.

Das Buch versteht sich gleichzeitig als eine Mahnung, unseren Heimatplaneten besser vor den Gefahren unserer Gegenwart zu schützen, insbesondere vor den Folgen des Klimawandels, der Überbevölkerung und der Gefahren eines Atomkrieges.

Der Autor rät auch dazu, sich rechtzeitig Gedanken über die Besiedlung anderer Planeten zu machen, bevor die Erde durch die Folgen der oben genannten Probleme unbewohnbar werden sollte. Auch warnt er vor den Gefahren der sog. Künstlichen Intelligenz.

Besonders bewegend ist für mich das Nachwort von Lucy Hawking, seiner Tochter.

Nach der Lektüre habe ich einige Kapitel bereits zum zweiten Mal gelesen, das sagt für mich schon alles über die Faszination dieses Buches aus.

Mein Fazit:
„Kurze Antworten auf Grosse Fragen“ ist ein faszinierendes und zugleich aufrüttelndes Buch des berühmtesten Wissenschaftlers unserer Zeit – unbedingt lesen!

Hier ein Video mit der letzten öffentlichen Rede von Stephen Hawking (neben ihm steht seine Tochter Lucy). Es können Untertitel in Englisch oder Deutsch eingeblendet werden.

Erst mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Siehe Datenschutzerklärung.

Quelle: Ganesh Matkar/YouTube

siehe auch:
Zum Tod von Stephen Hawking – ein Nachruf von Harald Lesch