Mond trifft Regulus am 10.03.2017

Heute Abend stand der zu knapp 97% beleuchtete, fast volle Mond im Osten (erstes Foto).
Knapp oberhalb ist das Sternbild Löwe mit seinem Hauptstern Regulus zu erkennen. Am Beginn des Abends trennten die beiden etwa noch 1,6°. Vor Mitternacht näherte sich unser Trabant bis auf ca. 1° an Regulus. Das entspricht gut zwei Vollmond-Durchmessern (siehe zweites Foto als Ausschnitt-Vergrößerung, Regulus ist links oben als schwacher Punkt zu erkennen).
Regulus ist 77,5 Lichtjahre von der Sonne entfernt und ist der hellste Stern im Sternbild Löwe.
Er bildet zusammen mit den Sternen Arktur und Spica das Frühlingsdreieck.
Und bald haben wir ja auch Frühling 🙂

Zur Vergrößerung jeweils auf das Foto klicken.

Regulus ist links oben als schwacher Punkt zu erkennen (siehe Pfeil)

Hier eine Aufnahme von Regulus mit hoher Auflösung:

By Car710 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Mond am Abend des 09.02.2017

Da in der Nacht zum 11.02.2017 eine Halbschatten-Mondfinsternis zu sehen sein wird, habe ich spontan heute schon mal unseren Erdtrabanten aufgenommen. Er stand sehr hell und hoch am Himmel.
Ich hoffe, dass mir von der Halbschatten-Mondfinsternis auch ein Foto gelingt, falls der Himmel klar ist und ich auch pünktlich im Garten stehe 🙂
Zum Vergrößern einmal klicken.

siehe auch:
Abenteuer Astronomie – Halbschatten-Mondfinsternis am 10./11. Februar

Zeitreise ins Jahr 1968 – Weihnachtsbotschaft vom Mond

Im Dezember 1968 haben Menschen zum ersten Mal unseren Planeten mit dem Ziel verlassen, zum Mond zu fliegen.
Ich habe darüber bereits in einem früheren Beitrag berichtet.

Mit dem Flug von Apollo 8 gingen die drei Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell ein sehr hohes Risiko ein.
Frank Borman sagte in einem späteren Interview, dass die realistischen Chancen, wieder heil auf der Erde zu landen, maximal 50:50 waren.
Die Saturn V-Trägerrakete war zuvor nur unbemannt getestet worden. Nach dem tragischen Tod der Apollo 1-Astronauten wurde das Apollo-Programm komplett umgebaut und mit Apollo 7 wurde zuvor nur einmal die Apollo-Kapsel in der Erdumlaufbahn getestet, der Start erfolgte mit der kleineren Trägerrakete Saturn Ib.

Als Apollo 8 die Mondumlaufbahn erreichte, saß ich als kleiner Junge vor dem Fernseher und sah – wie alle Menschen – zum ersten Mal die Erde in vollem Umfang im Weltraum schweben. Ein atemberaubender Anblick.
Ich verstand damals noch nicht so ganz, wie ich den Planeten Erde sehen konnte, obwohl ich gleichzeitig auf diesem Planeten lebte.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Live-Übertragung, in der die Astronauten am 24.12.1968 die Weihnachtsbotschaft vorlasen.

Earthrise – Erdaufgang am 24.12.1968. Quelle: NASA

Nachdem die Astronauten die Erde gezeigt hatten, wurde die Kamera umgeschaltet und die Mondoberfläche war zu sehen.
Hier ist die Originalaufnahme von damals (engl. Untertitel können bei Bedarf zugeschaltet werden).

Quelle: NASA.gov Video/YouTube

“We are now approaching lunar sunrise, and for all the people back on Earth, the crew of Apollo 8 has a message that we would like to send to you. In the beginning, God created the Heaven and the Earth. And the Earth was without form and void, and darkness was upon the face of the deep. And the spirit of God moved upon the face of the waters, and God said, ‘Let there be light.’ And there was light. And God saw the light, that it was good, and God divided the light from the darkness.“

„Wir nähern uns nun dem lunaren Sonnenaufgang. Und für alle Menschen unten auf der Erde hat die Besatzung der Apollo 8 eine Botschaft, die wir euch senden möchten: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser, und Gott sprach: Es werde Licht. Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott teilte das Licht von der Dunkelheit.“
– Bill Anders

“And God called the light Day, and the darkness he called Night. And the evening and the morning were the first day. And God said, ‘Let there be a firmament in the midst of the waters. And let it divide the waters from the waters.’ And God made the firmament and divided the waters which were under the firmament from the waters which were above the firmament. And it was so. And God called the firmament Heaven. And the evening and the morning were the second day.”

„Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde ein Gewölbe zwischen den Wassern, das da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott das Gewölbe und schied das Wasser unter dem Gewölbe von dem Wasser über dem Gewölbe. Und es geschah also. Und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.“
– Jim Lovell

“And God said, ‘Let the waters under the Heavens be gathered together into one place. And let the dry land appear.’ And it was so. And God called the dry land Earth. And the gathering together of the waters called he seas. And God saw that it was good. And from the crew of Apollo 8, we close with good night, good luck, a Merry Christmas and God bless all of you – all of you on the good Earth.”

„Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Stellen. Lass trockenes Land erscheinen. Und so geschah es. Und Gott nannte das trockene Land Erde und die Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. Und von der Besatzung der Apollo 8: Wir schließen mit einem Gute Nacht, Viel Glück, fröhliche Weihnachten und Gott segne euch alle – euch alle auf der guten Erde.“
– Frank Borman

Quelle: Wikipedia, NASA

Immer wenn ich diese Aufnahme sehe, bekomme ich eine „Gänsehaut“.
Und ich habe aufgrund des aktuellen Weltgeschehens momentan das Gefühl, dass sich die Menschheit seit 1968 nicht viel weiterentwickelt hat. Aber das müssen andere beurteilen.
Um mit den Worten des deutschen Astronauten Alexander Gerst zu sprechen:
„Was würde ein Außerirdischer, der sich der Erde nähert, darüber denken, dass wir uns auf diesem Planeten immer noch gegenseitig umbringen?“

Ich wünsche meinen Lesern ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, glückliches und gesundes Neues Jahr!

Gleichzeitig bedanke ich mich bei allen Besuchern und hoffe, dass Sie auch im Jahr 2017 wieder vorbeischauen!

siehe auch:
Der erste Blick vom Mond auf die Erde – 24.12.1968
Apollo 8: The (second) greatest Christmas story ever told

Mond-Schnappschuss… am Nikolaustag

In den letzten Tagen habe ich immer wieder mal versucht, die Mondsichel zu fotografieren.
Im Moment steht unser Nachbarplanet Venus dem Mond sehr nahe, wie diese schöne Aufnahme von trash-hole-observatory hier zeigt.
Da ich aber aufgrund der Kälte im Moment keine Lust habe, das Stativ aufzubauen, habe ich immer wieder mal versucht, „freihändig“ zu fotografieren. Leider waren die Aufnahmen (natürlich) alle verwackelt.
Heute Abend ist mir aber eine ganz schöne Aufnahme – frei aus der Hand – gelungen. Zwar immer noch am rechten Rand leicht verwackelt, aber die Mondberge und Krater am linken Rand sind doch sehr imposant.

Unser guter Mond sieht immer wieder faszinierend aus…
Zum Vergrößern einmal klicken.

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Nikolaus-Mond

siehe auch:
Mond, Venus & Mars über Bochum

„Supermond“ am Abend des 13.11.2016

Nachdem gestern tagsüber der Himmel bewölkt war, verschwanden die Wolken rechtzeitig am Abend und ich konnte den (Fast-)Vollmond während des Perigäums – wenn der Mond den erdnächsten Punkt seiner elliptischen Bahn um die Erde erreicht – fotografieren.
Der Mond wird dann „Supermond“ genannt, wenn er den erdnächsten Punkt seiner Bahn um die Erde durchläuft und dabei gleichzeitig auch noch ein Vollmond ist.
Das ist aber gar kein seltenes Ereignis. In den letzten Jahren seit 2011 hatten wir jeweils 5 „Supermonde“ pro Jahr.
Warum der Hype um den sog. „Supermond“ etwas übertrieben ist, hat Daniel Fischer hier sehr gut beschrieben.
Aber näher als heute war der Mond seit dem 16. Januar 1948 nicht mehr und noch näher wird er uns erst am 25. November 2034 wieder kommen. Also doch ein ganz besonderes Ereignis, was der Beobachter mit dem bloßen Auge aber gar nicht feststellen kann.
Aber egal, ein großer Vollmond ist immer ein faszinierender Anblick und der nächste „Supermond“ erscheint schon wieder am 14.12.2016.

Hier meine beiden „besten“ Aufnahmen von gestern Abend (zum Vergrößern jeweils klicken).

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Zum Vergleich: den „Supermond“ vom 29. September 2015 sehen Sie hier.

UPDATE: Jetzt auch online auf „Sterne und Weltraum“

siehe auch:
Der hundsgewöhnliche Mond in Erdnähe…

Liste aller „Supermonde“ von 2001 bis zum Jahr 2100

Abenteuer Astronomie – Der „supergroße“ Vollmond: Was die Zahlen wirklich sagen
Abenteuer Astronomie – Riesen-Vollmond am 14. November
Astrodicticum Simplex – Supermond: Der größte Vollmond seit 1948?

Der „Goldene Henkel“ auf dem Mond

Gestern Abend ist mir eine besondere Aufnahme vom Mond gelungen.
Am oberen linken Rand ist der sog. „Goldene Henkel“ zu erkennen.
Zum Vergrößern zweimal klicken.

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Ort der Aufnahme: 50321 Brühl, 17.04.2016 19:36 MESZ

Rund 10-11 Tage nach Neumond geht die Sonne an den 3.000 Meter hohen Jurabergen am Rande der Regenbogenbucht Sinus Iridum auf dem Mond auf.
Die Berge sind so hoch, dass sie bereits vom Sonnenlicht erleuchtet werden, während die Ebene noch vollständig im Schatten liegt.
Optisch sieht dies so aus, als ob – ausgehend von der Tag-Nachtgrenze – auf dem Mond ein heller Henkel angebracht wäre, der sog. „Goldene Henkel“.
Übrigens: Galileo Galilei hat aus solchen Beobachtungen die Höhe der Mondgebirge abgeschätzt!

Auf dem Foto sind insbesondere auch die Krater Kopernikus und Tycho wunderbar zu erkennen.

siehe auch:
Mond am 17. April: Goldener Henkel lockt!
GEO Reisecommunity: Mond mit „Goldenem Henkel“…
Arts Fotos – Beobachtung des Goldenen Henkels am Mond