Eine Reise durch Neuseeland – Teil zwei: eine etwas andere Farm und ein blaues Leuchten

Nach meinem Ausflug in den Norden der Nordinsel (Teil 1) stand ein weiteres Highlight auf meinem persönlichen Programm. Hin und zurück. Eine lang erwartete Reise…

Die Landschaftsaufnahmen insbesondere im „Hobbit“, aber natürlich auch im „Herrn der Ringe“ (die Verfilmungen von Peter Jackson) sind nicht ganz unschuldig daran, dass ich mich auf den Weg nach Neuseeland gemacht habe. Daher stand ein Besuch von Hobbingen, oder Hobbiton, mit auf dem Wunschzettel. Auch diese Tour ist aus dem Angebot von „Great Sights“ (https://www.greatsights.co.nz/new-zealand-tours). Sie startet in Auckland, am InterCity Sky City Bus Terminal, und entführt mich zunächst ins Auenland, zum „Hobbiton Movie Set“.

Das Tor nach Hobbingen.
Das Tor nach Hobbingen.

Das Gelände befindet sich auf einer Farm in der Region Waikato. Wegen der durch Vulkanasche sehr fruchtbaren Böden ist das Gras in diesem Teil Waikatos besonders gehaltvoll, so dass die Kühe eine qualitativ hochwertige Milch geben. Neben Milchvieh werden auch Schafe und Rotwild gezüchtet. Der Landstrich zwischen Hamilton und Cambridge, durch den uns State Highway 1 auf dem Weg hierher geführt hat, ist für seine Pferdezucht bekannt. Je weiter wir uns dem Ziel nähern, umso mehr sieht die Landschaft wie das Auenland aus…

Das Auenland?
Das Auenland?

Das „Movie Set“ liegt auf der Alexander Farm, die durch die Filmkulissen sehr besonders, aber immer noch eine Farm ist. Die Schafe und Rinder tragen die pendelnden Busse, die täglich hunderte Touristen vom Besucherzentrum auf das Gelände und wieder zurück bringen, mit Fassung.

Nicht immer nur im Hintergrund - die Rinder sind an den Trubel gewöhnt.
Nicht immer nur im Hintergrund – die Rinder sind an den Trubel gewöhnt.

Am Eingang zum Auenland übernimmt ein kundiger Guide die mit Fotoapparaten, Handys und Selfie-Sticks schwer bewaffneten Besucher. Nach ein paar einleitenden Worten geht es los.

Mitten im Auenland
Mitten im Auenland

Auf dem Rundgang durch das „Hobbiton Movie Set“ habe ich es tatsächlich geschafft, meine Canon DSLR warm zu fotografieren. Die etwas über 250 Bilder sind kaum erwähnenswert neben dem Rekord von 3.500 (dreieinhalb tausend), von dem unser Guide berichtet hat. Die liebevoll gestaltete, aufwändig gepflegte Anlage bietet tatsächlich unzählige Details. Ich bin mir sicher, dass ich längst nicht alle entdeckt habe…

Dazu gab es viele kurzweilige Geschichten. So über den (einzigen) künstlichen Baum auf dem Gelände, die Eiche, deren Blätter nach Fertigstellung nochmals vom Baum genommen und einzeln per Hand mit einer anderen Farbe versehen wurden, da Peter Jackson mit dem ersten Versuch nicht zufrieden war.

Die alte Eiche von Beutelsend
Die alte Eiche von Beutelsend.

Details wie die Wäsche auf der Leine, rauchende (Holzrauch!) Schornsteine und insbesondere die prachtvolle Bepflanzung verleihen dem Gelände eine lebendige, ungekünstelte Atmosphäre.

Nicht nur die zahlreichen Blumenbeete, auch die Gemüse- und Obstgärten werden liebevoll gepflegt. Bei der Auswahl der Sorten wurde auf die Größenverhältnisse geachtet – Hobbits sind nun mal kleiner als Menschen. Daher gibt es auch verschieden große Behausungen. Zauberer wurden vor kleinen Türen gefilmt, Hobbits vor großen …

Ob wohl einer der Hausherren von Beutelsend, der Hobbit-„Höhle“ mit dieser besonderen grünen Tür, daheim ist?

Kein Eintritt für uns …

 

 

Dabei lag das Pfeifchen noch dort.
Eine ganz besondere grüne Tür.
Eine ganz besondere grüne Tür.

Nach einem letzten Blick zurück ging es weiter, zum Mittagessen in Richtung des „Grünen Drachen“.

Beutelsend in Hobbingen.

 

 

Das Auenland – auf einer etwas anderen Farm.

 

 

Auf dem Weg zum “Grünen Drachen”.

Am Wahrzeichen dieser Gastwirtschaft, dem geschnitzten Drachen über der Theke, hat ein einheimischer Künstler lange und sehr kunstfertig gearbeitet.

DER “Grüne Drache”…

Die Teilnehmer der Tour erwartet hier ein erfrischendes Getränk. Im Angebot ein helles Ale, ein dunkles Ale, ein Apfel Cider, ein Ingwer Bier (alkoholfrei). Alle sind nur hier erhältlich, sie werden speziell für den „Grünen Drachen“ gebraut. Das reichhaltige Mittagessen gibt es im Festzelt dahinter.
Nach diesem halbtägigen Besuch wird mir bewusst, dass es die vielen erst auf den zweiten Blick erkennbaren Details sind, die die Verfilmungen so lebendig und „echt“ wirken lassen und dadurch sicher wesentlich mit zum Erfolg beigetragen haben.

Die Liedzeilen
„Ich möcht in Ruhe gern schauen; aber der Wagen, der rollt“
passen hier gut.

Frisch gestärkt geht es zum zweiten Highlight des Tages – der Bus rollt weiter zu den Waitomo-Glühwürmchen-Höhlen.

Wai tomo (Maori) bedeutet in etwa „Fluss, der in das Loch im Boden fließt“. Das Höhlensystem wurde vom örtlichen Maori-Häuptling Tane Tinorau und dem englischen Landvermesser Fred Mace im Jahr 1887 erstmals genauer untersucht. Im Jahr 1990 wurden die Höhlen und das umgebende Land an die Nachfahren der ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben. Deren Familienangehörige stellen einen Großteil des Personals, das das Besucherzentrum betreibt. Zu sehen sind nicht nur die Glowworms, sondern auch die aus dem Kalkgestein entstandenen Tropfsteine.

Bei den „Glühwürmchen“ handelt es sich um Mückenlarven, die leuchten, um Insekten anzulocken. Diese bleiben dann an feinen, klebrigen Fäden hängen. Es gibt sie nicht nur in den Höhlen. Bei Nacht kann man sie auch im feuchten Wald in Höhlungen unter Bäumen oder Böschungen sehen. Bei Tageslicht sind sie kaum zu entdecken. Im Dunkeln verraten sie sich durch ein unwirkliches, magisch anmutendes blaues Leuchten.

Es sind keine blauen LEDs…

Um die Höhlen zu schützen, ist das Fotografieren im Inneren nicht gestattet. Man kann sich aber, wie mittlerweile an vielen Sehenswürdigkeiten, beim Betreten vor einem „Green Screen“ fotografieren lassen. Dieses Bild wird in professionelle Aufnahmen der Höhlen „eingebaut“. Am Ausgang kann man die Bilder dann kaufen.

Zurück in Auckland habe ich endlich den Sky Tower besucht.

In guter Gesellschaft.

Bei schönem Wetter hat man von da oben einen fantastischen Blick über die „City Of Sails“. Leider war ich nicht bei schönem Wetter auf dem Skydeck in 220 m Höhe. Warum Auckland auch die „Stadt der Segel“ genannt wird, konnte man beim Blick in Richtung Hafen trotzdem ahnen.

“City Of Sails” im Regen – Blick auf St Marys Bay und Westhaven.

 

Der Regen und der dazu passende Wetterbericht ließen wenig Gutes ahnen für den kommenden Tag. Dabei sollte das Rundreise-Abenteuer da erst richtig losgehen – und zwar richtig heiß ….

Es wird heiß … Bald geht’s weiter!

 

 

Buchtipp: Paradox ² (Phillip P. Peterson)

Quelle: Books on Demand, Phillip P. Peterson

Man hielt sie für tot – doch am Ende von Zeit und Raum kämpfen sie für die Zukunft der Menschheit.
Nach der fehlgeschlagenen Expedition der Helios wachen David und seine Kameraden an einem fernen Ort in einer fernen Zeit wieder auf und erhalten von den Fremden einen gefährlichen Auftrag: Mit einem Nachbau der Helios sollen sie das Universum umrunden. Der Lohn: Eine Perspektive für die Menschheit.
Doch das All ist ein noch finsterer Ort als selbst die fremden Intelligenzen vermuteten, und am Ende müssen David, Ed, Grace und Wendy am Rande des Universums um ihr Überleben kämpfen.
Quelle: Paradox², Phillip P. Peterson, Rückseite.

Im März 2016 habe ich über den Roman “Paradox” von Phillip P. Peterson berichtet.
Diesen Roman habe ich von Anfang bis Ende regelrecht „verschlungen“.
Der Autor geht in diesem Roman der Frage nach, warum wir – trotz mittlerweile jahrelanger intensiver Suche – noch keine Anzeichen einer außerirdischen Zivilisation entdeckt haben, und er gibt auf diese Frage eine überraschende Antwort.

Im seinem Folgeroman “Paradox²” nimmt Phillip P. Peterson den Leser wieder mit auf die Reise durch das Universum, die Reise der Besatzung des Raumschiffs “Helios” ist noch nicht zu Ende.

Man muss nicht unbedingt den Roman “Paradox” vorher gelesen haben, der Leser kann der Handlung in diesem Roman ohne Vorkenntnisse folgen.
Es werden hier die aktuellen Kenntnisse zur Raumfahrttechnik und zu wissenschaftlichen Theorien in der Astrophysik vermittelt. Der Leser fliegt mit den bekannten Raumfahrern Ed, David, Wandy und Grace in einem fantastischen Raumschiff und rasantem Tempo bis an die Grenzen unseres bekannten Universums und darüber hinaus…
Die Mannschaft wird auf dieser galaktischen Reise begleitet von einer weiteren Person, über die ich hier noch nichts verraten möchte. Nie hätte ich gedacht, dass ich dieser Person in einem Roman noch einmal begegnen würde. Absolut klasse!

In der Handlung werden u.a. folgende Fragen aufgegriffen:

– Wie groß ist unser Universum?
– Gibt es mehrere Universen?
– Was liegt hinter dem “sichtbaren” Universum?
– Kann man mit einem Flug durch ein Wurmloch Raum und Zeit überwinden?

Das Ende des Romans kam mir vielleicht etwas zu schnell, aber ich sage nur: Wurmlöcher sind schon faszinierend! :-)

Paradox² ist ein toller Roman, wissenschaftlich hinterlegt und faszinierend geschrieben. Auch diesen Lesestoff habe ich wieder – wie alle Romane von Phillip P. Peterson – regelrecht “verschlungen”. Ich konnte das Buch zum Ende hin nicht mehr aus der Hand legen :-)
Die Handlung ist nach meinem Gefühl noch nicht zu Ende erzählt, ich tippe auf einen weiteren Paradox-Roman.

Nun bin ich schon sehr auf seinen nächsten Roman “Transport 4” gespannt, der in diesem Jahr erscheinen soll.
Peterson-Romane zu lesen macht süchtig :-)

Hier noch einmal das interessante Interview mit dem Autor über seinen Roman “Paradox” in der Dezember-Ausgabe 2015 von Sternstunde-Online. (bis 9:35).


Quelle: Sternstunde-Online/YouTube

Phillip P. Peterson arbeitete als Ingenieur an zukünftigen Trägerraketenkonzepten und im Management von Satellitenprogrammen.
Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er für einen Raumfahrtfachverlag. „Transport“ war sein erster Roman, der Platz 1 der Science-Fiction-Romane bei Amazon und als Hörbuch bei Audible erreichte.
„Paradox“ war der Gewinnertitel des Kindle Storyteller Awards 2015 und sein zweiter Roman.

Weiterführende Links:
Homepage von Phillip P. Peterson
Fermi-Paradoxon – Weder Fermi noch paradox – Spektrum online

Eine Reise durch Neuseeland – Teil eins: ein Beginn, Sanddünen und Strände

Zunächst ein paar Worte vorab:
Diesen Beitrag schreibe ich als Gast im Blog von Volker, dem ich herzlich für diese Möglichkeit und die Unterstützung dabei danke. Mein erster Blogbeitrag…

Warum Neuseeland? Ein Land, in dem in unserem Winter Sommer ist. Dessen grandiose Landschaften Hauptrollen nicht nur in unbekannten Filmen spielen. Schon seit Jahren denke ich: „Irgendwann musst Du da mal hin…“

Dieses „Irgendwann“ kam im Januar 2018. Flug über Singapur. Abflug Donnerstag, kurz vor Mitternacht. Ankunft Samstag, kurz vor Mittag. Dabei nur drei Stunden Aufenthalt in Singapur. Das Reiseziel ist zugegebenermaßen mit „ungefähr einmal durch den Erdmittelpunkt“ schon sehr weit weg. Aber anderthalb Tage?! Ja, aufgrund der Zeitverschiebung. Wegen der Sommerzeit „gegenüber“ sind es in unserem Winter genau 12 Stunden, die uns die Kiwis voraus sind, was das Rechnen vereinfacht. Und die Kommunikation manchmal erschwert.

Um möglichst viel vom Land zu sehen, musste es eine Rundreise werden. Die Extras zu den bekannten Spielfilmen, einige Bücher und verschiedene Dokumentationen haben Wünsche geweckt. Welche Ziele sollten dabei sein? Wie lange braucht man, um das alles zu sehen?

Die üblichen Recherchen im Internet und den Katalogen verschiedener Reiseanbieter resultierten in einer Kombination von Bus-Rundreisen. Tausche Flexibilität gegen Rundum-Sorglos-Paket. Ein wenig skeptisch war ich schon. Das Ergebnis hat alle Erwartungen weit übertroffen. Meinen Reisebericht möchte ich in Volkers Blog in mehreren Teilen abgeben. So kann ich eine traumhafte Reise in Gedanken wiederholen. Und vielleicht interessiert sich danach der eine oder andere Leser etwas mehr für das „Land der langen weißen Wolke“.

Nach der Landung in Auckland blieb mir noch ein halber Tag, bis die erste Tour losging. Ausgerüstet mit Sonnenschutz für Haut und Augen (sprich: Sonnencreme und Brille), den Fotoapparat griffbereit, ging es los.

Der Skytower ist mit 328 m nur 40 m niedriger als der Berliner Fernsehturm. Den Besuch habe ich um ein paar Tage verschoben (schlechte Entscheidung…).

Blick auf den Skytower
Blick auf den Skytower

Die erste Reise führte in drei Tagen mit dem Veranstalter „Great Sights“ (https://www.greatsights.co.nz/new-zealand-tours) von Auckland bis ganz in den Norden der Nordinsel und wieder zurück. Die Busfahrer auf diesen Touren haben viele interessante Geschichten zu Land und Leuten zu erzählen.

Karte der Nordtour

Ausgangspunkt für die Erkundungen war Paihia in der Bay of Islands.

Willkommen in Paihia
Willkommen in Paihia

In den Waitangi Treaty Grounds gibt es Interessantes zu sehen, nicht nur das „Treaty House“.

Treaty House, Waitangi
Treaty House, Waitangi

Während einer Führung über das Gelände erfährt man viel über die Geschichte und Kultur der Maori und natürlich über den dort im Jahr 1840 erstunterzeichneten historischen Vertrag zwischen der britischen Krone und Maori-Häuptlingen der Nordinsel. Der Waitangi-Day am 6. Februar erinnert als nationaler Feiertag an diese Unterzeichnung von Neuseelands Gründungsdokument.

Wharenui (Versammlungshaus) in Waitangi
Waitangi Kriegs-Kanus (Waka)
Waitangi Kriegs-Kanus (Waka)

Auf dem Weg in den Norden lohnt sich ein Abstecher zu den majestätischen Kauri-Bäumen im Puketi-Forest.

Die Kauris vom Manginangina Kauri Walk
Die Kauris vom Manginangina Kauri Walk

Über teils nur geschotterte Pisten, die man sich mit großen Holztransportern teilt, gelangt man dorthin. Die umliegenden Pinien-Wälder werden bewirtschaftet, nach der „Ernte“ wird wieder aufgeforstet. Der (geschützte) Bestand an Kauri-Bäumen ist landesweit durch eine Krankheit stark gefährdet. Zum Schutz dieser teilweise viele Jahrhunderte alten Giganten sollten die Besucher die Holzstege nicht verlassen.

Manginangina Kauri Walk
Der Manginangina Kauri Walk

Kunstvoll gefertigte Schnitzereien und Möbel aus fossilem Kauri-Holz, das aus ehemaligen Sümpfen geborgen wird, kann man auf dem Rückweg dann bei „Kā Uri unearthed“ in Awanui bestaunen und erwerben.

Auf der weiteren Fahrt gen Norden laden immer wieder herrliche Strände zum Verweilen ein.

Der Strand von Taipa Bay
Der Strand von Taipa Bay

Ein weiterer Abstecher bietet die Möglichkeit, mit dem Sandboard große Sanddünen hinabzufahren. Über den Te Paki – Fluss kommen geländegängige Fahrzeuge bei Niedrigwasser dorthin.

Die Sanddünen am Te Paki
Die Sanddünen am Te Paki

Weiter geht es bis zum Ende des State Highway 1. Auf dem Spaziergang zum Leuchtturm von Cape Reinga kann man das Farbenspiel an der Grenze zwischen der Tasmanischen See und dem Südpazifik bewundern.

Wo sich Tasmanische See und Südpazifik treffen
Wo sich Tasmanische See und Südpazifik treffen

Das Kap ist nicht ganz der nördlichste Punkt des Festlands. Der Leuchtturm ist ein beliebtes Fotomotiv. Den Maori heilig ist der uralte Pohutukawa-Baum, der sich in einiger Entfernung östlich davon an die ins Meer ragenden Felsen klammert. Der Legende nach treten von hier aus die Seelen der Verstorbenen die Reise nach Hawaiki, dem Land der Ahnen, an.

Der Leuchtturm von Cape Reinga (links) und der uralte Pohutukawa auf der vorletzten Klippe rechts
Der Leuchtturm von Cape Reinga (links) und der uralte Pohutukawa auf der vorletzten Klippe rechts

Unser Rückweg vom Kap führt über den bei Ebbe und gutem Wetter befahrbaren langen Strand „Ninety-Mile-Beach“.

Eine etwas andere Straße
Eine etwas andere Straße

Tatsächlich ist der Strand keine 90 Meilen lang. Der Fahrer bot zwei Alternativen an, was den Namen angeht. Ich gebe sie beide wieder.

  1. Der Strand ist tatsächlich fast 90 km lang, das wurde irrtümlich als Längenangabe in Meilen übernommen.
  2. Ein Pferde-Fuhrwerk schaffte ca. 30 Meilen am Tag. Drei Tage dauerte die Reise über die gesamte Länge, also mussten es 90 Meilen sein.

Das Nachvollziehen dieser Tour mit einem normalen Pkw ist nicht empfehlenswert, auch wenn der Strand offizieller Teil des Fernstraßennetzes ist. Die Befahrbarkeit hängt von den Wasser- und Sandverhältnissen ab. Der Bus ist eine Spezialanfertigung mit extra starkem Motor und großer Bodenfreiheit, so dass das Benutzen der aufgeschütteten Rampen zum Befahren und Verlassen des Strandes problemlos, wenn auch ein wenig „bumpy“ – holprig – war. Das war eines meiner Lieblingswörter in diesem Urlaub. Von leichten Turbulenzen im Flugzeug bis zu meterhohen Wellen in der Bay of Islands – der jeweilige Käpt’n sprach immer von „A little bit bumpy.“

Dieses „bumpy“ ist der Grund, weshalb ich Bilder von der Bootsfahrt in Richtung „Hole in the Rock“ in der Bay of Islands schuldig bleibe. Dieses Fahrtziel wurde aus Sicherheitsgründen nicht angesteuert.

Logbuch einer Bootsfahrt - a little bit bumpy
Logbuch einer Bootsfahrt – a little bit bumpy

Der Aufenthalt auf der Insel Urupukapuka bot die Möglichkeit für eine kurze Wanderung. Malerisch der riesige, etwas windzerzauste Pohutukawa über der Bucht.

Der alte Pohutukawa thront über der Bucht
Der alte Pohutukawa thront über der Bucht

Diese Bäume blühen normalerweise um die Weihnachtszeit, in dieser Saison aber schon im November, so dass nur noch an wenigen Exemplaren vereinzelte Blüten zu sehen waren.

Letzte Blüten des
Letzte Blüten des “Neuseeländischen Weihnachtsbaums”

Im nächsten Teil geht es zurück nach Auckland und von dort nach Matamata, besser bekannt als Hobbiton.

Im nächsten Teil ... Coming soon
Im nächsten Teil … Coming soon

Schloss Falkenlust und Augustusburg in Brühl – immer wieder schön!

Nach turbulenten Karnevals-Tagen in Köln und Brühl war heute wieder Entspannung bei einem ausführlichen Spaziergang durch die Schlossanlagen von Schloss Falkenlust und Augustusburg in Brühl angesagt.
Hier einige Impressionen – immer wieder schön!

Schloss Falkenlust
Schloss Augustusburg
Schloss Augustusburg mit Schlossteich
Schloss Augustusburg, Schlossgarten

Weitere Fotos von Schloss Augustusburg und seinen Anlagen finden Sie rechts in der Sidebar unter der Kategorie Reisen/Deutschland/Brühl.

siehe auch: Schlösser Brühl

Mixed Reality mit der Microsoft Hololens – die Zukunft im Hier und Jetzt

Ich habe heute das Vergnügen meinen ersten Gastbeitrag im Blog meines Vaters zu veröffentlichen. Nach dem erfolgreichen Start der Trägerrakete “Falcon Heavy” in dieser Woche stehen die Zeichen wieder ganz auf Zukunft: höher, schneller, weiter!

Das Ereignis hat weltweit für Begeisterung gesorgt, regt es die Menschen doch zum Träumen und Fantasieren an. Dem Traum, in neue Welten aufzubrechen und Science Fiction Wirklichkeit werden zu lassen, ist man wieder ein Stück weit näher gekommen.

Für mich persönlich war Falcon Heavy jedoch nicht das einzige Highlight an diesem ansonsten doch recht trüben Dienstag in Bayern.

Der Tag hielt für mich noch etwas ganz besonderes bereits. Eine außerordentliche Gelegenheit, die Wirklichkeit und Fiktion miteinander verschmelzen lassen sollte:

Eine “Hands-on Experience” mit der Microsoft Hololens!

Um einen Teil meiner Begeisterung vorweg zu nehmen: Ich hatte an diesem Tag das Gefühl in eine neue Welt abzutauchen, mit einer Technologie, die so disruptiv ist, dass sie unser aller Leben nachhaltig verändern wird. Aber dazu später mehr…

Was ist die Microsoft Hololens ? Die Hololens ist eine Mixed-Reality-Brille, die über ein Head-Mounted-Display die physikalische Umgebung mit digitalen Elementen und Objekten erweitert. Sie siedelt sich damit im Bereich der Augmented Reality an (= die eigene, echte Welt wird durch digitale Elemente ergänzt). Sie unterscheidet sich somit von der Virtual Reality, in der Informationen aus der echten Welt digital verarbeitet oder umgesetzt werden (z.B. indem über Bewegungssensoren, eine digitale Spielfigur bewegt wird).

Zunächst durfte ich in einer 1-stündigen Demo Session erleben, was die Brille mittlerweile im Stande ist zu leisten. Gezeigt wurden Showcases aus Industrie, Bildung, Gesundheit und dem Marketing. Wer einen Einblick in diese fantastischen, neuen Möglichkeiten erhalten möchte, dem empfehle ich dieses 2-minütige Video:

Anschließend erhielt ich die einmalige Change, die Brille selbst auf Herz und Nieren testen zu dürfen. Im wahrsten Sinne des Wortes! Über ein Hologramm des menschlichen Herzens lernte ich mehr über dessen Aufbau und Funktion kennen. Die Möglichkeit um das Herz herum zu laufen, Teile zu entfernen oder zu bewegen, war einfach so fantastisch, dass automatisch eine gewisse Demut in mir aufstieg. Diese Technologie ist so bahnbrechend, dass wir deren Potenzial vermutlich noch gar nicht in vollem Umfang erfassen.

Quelle: https://fossbytes.com

Vergleicht man beispielsweise die Möglichkeit MRT-Daten des Herzens in Zukunft im 3-Dimensionalen Raum aufbereiten und analysieren zu können mit dem heutigen “2D Pixel-Terror”, so wird schnell klar, welch immense Vorteile die Technologie bietet. Und dies ist keine Technologie von übermorgen. Bereits heute werden chirurgische Eingriffe mit Hilfe der Hololens im Vorfeld visualisiert, geplant und getestet.

Zuletzt möchte ich euch noch das Thema vorstellen, dass mich dann entgültig überzeugt und zugleich überwältigt hat. Das Stichwort lautet “Holoportation”. Hierbei wird Science Fiction tatsächlich Wirklichkeit. Aber seht selbst:

Alles in Allem war es ein fantastischer Tag, der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Erster Start der “Falcon Heavy” ins All – einfach galaktisch!

Gestern Abend saß ich gespannt – wie Millionen andere Weltraum-Fans auch – vor dem Livestream von SpaceX und verfolgte den ersten Testflug der neuen Trägerrakete Falcon Heavy ins All.
Die Falcon Heavy der kalifornischen Privatfirma SpaceX ist die momentan schubstärkste Rakete der Welt. Der Multi-Milliardär Elon Musk will mit seiner Raumfahrt-Firma SpaceX helfen, so seine eigenen Worte – “die Kosten von Raumfahrten zu senken, so dass Leben auf anderen Planeten ermöglicht werden kann“.

Quelle: SpaceX

Besonders faszinierend fand ich – neben dem geglückten Start – die geplante Rückkehr der beiden Booster, zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt.

Quelle: SpaceX

Die erste Stufe schlug leider unplanmäßig ca. 100 Meter vom eigentlichen Zielgebiet (Landung auf einem Drohnen-Boot) ins Meer, da der Treibstoff zu früh ausging (eine Wiederverwendung dieser Stufe war aber ohnehin nicht geplant).

Absolut fantastisch die Aufnahmen vom “Spaceman” im Fahrersitz des echten Tesla mit Blick auf unsere wunderschöne Erde. Spätestens mit diesem Anblick hat für mich ein neuer Abschnitt der Raumfahrt begonnen.

Quelle: SpaceX

Hier die Videos vom gestrigen Live-Stream auf YouTube.


Quelle: SpaceX


Quelle: SpaceX

Astronaut Buzz Aldrin verfolgte ebenfalls live den Start auf “seiner” Startrampe 39A, auf der er am 16.07.1969 mit Apollo 11 zur ersten Mondlandung abhob.

Der nächste geplante Start der “Falcon Heavy” soll in einem halben Jahr erfolgen.

Und hier noch eine kleine Zeitreise:
die TV-Übertragung des Starts von Apollo 11 am 16.07.1969 auf Startrampe 39A sah damals so aus:


Quelle: jimnxsq/YouTube